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Rinteln Ortsteile Zwischen Engern und Westendorf bald nur noch Tempo 50?
Schaumburg Rinteln Rinteln Ortsteile Zwischen Engern und Westendorf bald nur noch Tempo 50?
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07:21 30.08.2019
Hier könnte bald Tempolimit 50 sein.
Engern

Die Erinnerungen an den schweren Unfall auf dem Bahnübergang Anfang August sowie der für einen 77-Jährigen tödlich verlaufende Unfall Ende Juni waren bei allen Teilnehmern überaus wach.

Die Haltung der Stadt Rinteln dabei ist jedoch klar: Beide Unfälle seien nicht symptomatisch für eine gefährlich unterschätzte Verkehrssituation, sondern seien auf technische Defekte beziehungsweise auf das „Fehlverhalten Einzelner“ zurückzuführen, wie aus den Verwaltungsunterlagen hervorgeht. Mitte August hatte eine Verkehrsschau unter anderem mit Polizei und Ordnungsamt stattgefunden, die sich die Situation vor Ort angesehen haben.

Tempolimit von 50 km/h?

Künftig soll zwischen Neelhofsiedlung und dem Ortseingang Westendorf das Tempolimit auf 70 Stundenkilometer (km/h) heruntergesetzt werden, konnte Amtsleiter Hans-Georg Dlugosch in der Sitzung verkünden. Dies erfolge aufgrund der „gesamten Verkehrssituation“; schon seit Jahren empfiehlt der Ortsrat, diesen Abschnitt durch diverse Maßnahmen sicherer zu machen.

Das reicht dem Ortsrat jedoch nicht: Er stellte den Antrag, ein Tempolimit von 50 Stundenkilometern einzuführen. Isabelle Peschek-Röhrs stellte außerdem den Zusatzantrag, dass bis zum Ortseingang Engern durchgängig maximal Tempo 70 gefahren werden solle. Bislang kann hier auf einem kurzen Abschnitt noch bis zu 100 km/h gefahren werden. Der Ortsrat kann solche Maßnahmen lediglich empfehlen; die entsprechende Anordnung dazu muss die Stadt Rinteln erteilen.

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Ausbau des Radweges abgelehnt

Eine Absage erteilte Dlugosch dem Vorschlag, den Radweg entlang der Berliner Straße bis zur Einmündung der Zollstraße fortzuführen. Bislang endet er an der Neelhofsiedlung. Zuständig dafür ist die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, nicht die Stadt Rinteln, so Dlugosch – und nach deren Aussage sei die Fortführung des Radwegs lediglich im „weiteren Bedarf“ des Radwegeplans enthalten. Heißt: Bis der Weg tatsächlich gebaut wird, kann noch viel Zeit ins Land gehen.

„Wir möchten eine Sicherung für unsere Radfahrer haben“, beharrte Ortsbürgermeister Dieter Horn. Dort seien regelmäßig auch Fußgänger, auch mit Rollator oder Kinderwagen, unterwegs. Der Ortsrat empfahl daher einstimmig, den Weg fortzuführen, „gern auch in einfacher Bauweise“, so Horn.

Kein Stoppschild

Eine Absage erteilt die Stadt Rinteln ebenfalls dem Antrag, ein Stoppschild an der Einmündung des Verbindungswegs nach Ahe an die Berliner Straße aufzustellen. Dafür werde kein Bedarf gesehen, da die Verkehrssituation übersichtlich sei und der Verkehrsfluss eindeutig geregelt werde. Dennoch werde die Straßenmeisterei Rinteln die teilweise verblassten Markierungen in diesem Bereich erneuern und die Haltelinien vor dem Bahnübergang nachziehen. Der Ortsrat empfahl dennoch, ein Stoppschild an der Einmündung aufzustellen.

Auch in der Einwohnerfragestunde wurde engagiert über die Verkehrssituation diskutiert. So war zu hören, dass die aktuellen Sicherungsmaßnahmen am Bahnübergang Berliner Straße zu längeren Wartezeiten führten – und es deshalb immer wieder zu fehlgeleiteten Verkehrsflüssen in den Ortschaften komme. von Marieluise Denecke