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Rinteln Stadt 130 Oldtimer unterwegs
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt 130 Oldtimer unterwegs
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22:43 29.04.2019
Cheforganisator Hans-Erich Scheffler (rechts) schickt Sonntag zur 23. Weserberglandfahrt 130 Oldtimer auf die Strecke.
Cheforganisator Hans-Erich Scheffler (rechts) schickt Sonntag zur 23. Weserberglandfahrt 130 Oldtimer auf die Strecke. Quelle: tol
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Rinteln

Zum 23. Mal hatte der Motorclub Rinteln zu seiner Oldtimer Weserberglandfahrt eingeladen. Die etwa 150 Kilometer lange Strecke führte von Rinteln aus über Vlotho, Löhne und Melle durch viele Dörfer wieder zurück in die Weserstadt. Jedes Jahr sucht Hans-Erich Scheffler, zweiter Vorsitzender des Motorclubs, eine besonders reizvolle Strecke abseits der großen Straßen aus. „Damit habe ich sogar manche einheimische Fahrer überrascht“, sagt er.

Was den Anblick der teils wunderschönen, teils auch skurrilen Oldtimer so bewegend macht, sind nicht nur die Erinnerungen an eine Vergangenheit, in der sie selbstverständlich die Straßen bevölkerten, sondern auch die spürbare Liebe, die ihre Besitzer für sie hegen. Trotz der vielen Regenschauer gab es jede Menge Zuschauer, die sich den Anblick der Wagen nicht entgehen ließen.

Da gab es einen dunkelroten „Jaguar“, den kein neugieriger Betrachter als solchen identifizieren konnte. Sein Besitzer Alfred Dalpke aus Löhne löste das Rätsel. Der Wagen ist von 1935, als die berühmte Luxusmarke noch unter dem Namen „Swallow Sidecar“ geführt wurde. Oder den „Mercedes 180 Ponton“ von Gerhard Opolka aus Hannover, der zusammen mit seiner Tochter Claudia unterwegs war. „Dieses Auto kenne ich seit meiner Kindheit“, sagt sie. „Ich habe es sogar schon mit repariert.“ Joachim Schimanski aus Detmold kann ganze Memoiren rund um seinen grauen Käfer, Jahrgang 1957, erzählen. „Wir sind ja alle mit dem Käfer groß geworden“, sagt er. Er selbst sei als elfjähriger Junge oft in den Wagen seines Vaters gestiegen und damit im Dorf herumgefahren. „Ich hab mir einen großen Hut aufgesetzt, damit man mich nicht erkennen konnte.“

Familie Schock aus Rinteln war gleich mit drei Oldtimern unterwegs, Sven Nülle und Stadtführerin Helge Heinke-Nülle fuhren einen tief liegenden Citroën DS, dessen Hightech-Hydraulik ihn bei huckeliger Straße einfach anhebt, und der Rintelner Hans-Heino Wetzel kann sich wohl als den abgehärtetsten Fahrer bezeichnen, saß er doch in einem sportlichen „Alvis Special“ ohne Verdeck. Seine Regenfahrt hat er bestens überstanden. „Man muss eben nur die richtige Kleidung besitzen“, sagt er grinsend und zeigt auf seine Lederkappe und die dicke gefütterte Lederjacke.

Den ältesten Wagen mit der Startnummer eins kutschierte Familie Tessmer aus Kassel. Ihr „Buick Open“ wurde bereits im Jahr 1925 gebaut. „Dann ist der ja schon 95 Jahre alt“, errechnete staunend ein kleiner Junge.

Zu bestaunen gab es auch sonst noch allerlei: einen rot leuchtenden Pick-up aus Texas, an dem sein Besitzer acht Jahre lang herumgeschraubt hatte; den Kabinenroller „Zündapp Janus“, der seinen Namen der Tatsache verdankt, dass man nicht sieht, wo vorne und wo hinten ist, oder den VW, der ein urzeitliches Dreirad auf seinem Gepäckträger transportierte.

Die Oldtimer Weserberglandtour ist übrigens kein Autorennen. Dass es am Ende doch Sieger und Pokale gab, hatte mit den Geschicklichkeitsprüfungen unterwegs zu tun. Die Preisträger stellen wir morgen in unserer Zeitung vor.

Von Cornelia Kurth