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Rinteln Stadt Auf dem richtigen Weg
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09:15 19.06.2018
Gut 30 Teilnehmer starten vom Rintelner Alten Hafen aus zur Sternfahrt nach Hohenrode.
Gut 30 Teilnehmer starten vom Rintelner Alten Hafen aus zur Sternfahrt nach Hohenrode. Quelle: cm
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Rinteln/Hessisch Oldendorf/Hohenrode

Da kommt der Nabu-Aktivist und Imker Dennis Dieckmann eilig auf den Stand des Rintelner Imkervereins zu. Auf seinem Handrücken: eine kleine Hummel. „Hier braucht ein Kamerad ein bisschen Flugtreibstoff“, erklärt der junge Mann, der offensichtlich ein großes Herz hat für alles, was kreucht und fleucht. Und prompt wird dem gestrandeten pelzigen Wesen ein bisschen Honig vorgesetzt. Das Insekt stärkt sich und fliegt schließlich davon. „Gleich auf die nächste Blume. Hat sich wieder an die Arbeit gemacht“, sagt Dieckmann und strahlt.

Doch auch ohne ein solches ungewöhnliches Erlebnis bekommt man am Sonntag schnell das Gefühl, dass sich hier eine ganz besonders sympathische Mischung von Vereinen und Zusammenschlüssen, eingefunden hat. Außer Imkern und dem Naturschutzbund (Nabu) haben sich auch die Rintelner Ackerbürger, der Gartenbauverein, der Rintelner Bauhof, der Waldkindergarten und das Touristikzentrum Westliches Weserbergland nicht lange bitten lassen, um der Feier zur Eröffnung des 35 Kilometer langen Rundweges mit seinen acht Erlebnissstationen einen schönen Rahmen zu geben.

Und so kann man an diesem sonnigen Nachmittag mit dem Baxmann im historischen Kostüm ins Gespräch kommen, kann den Schillathöhlen-Entdecker Hartmut Brepohl (zünftig mit Höhlenforscher Helm) kennenlernen, den Spinnerinnen beim Nabu-Stand auf die Finger schauen, am Stand des Waldkindergartens barfuß durch Wannen mit Zapfen, Sand, Blättern und Stöckchen spazieren und es sich bei Hartinger Getränken, bei Highland-Cattle-Würstchen von Kampmeier und bei den selbst gebackenen Torten der Frauen der Hohenroder Dorfgemeinschaft gut gehen lassen.

Ausgesprochene Würdigung

Auch von politischer Seite erfährt das neue Projekt am Sonntag ausgesprochene Würdigung. Alle Bürgermeister der an die Strecke grenzenden Ortschaften sind anwesend. Viele, wie Rintelns Bürgermeister Thomas Priemer und Engerns Ortsbürgermeister Dieter Horn, haben sich dafür sogar im Rahmen der Sternfahrt von Rinteln und Hessisch Oldendorf aufs Fahrrad geschwungen. Weitere Gäste: Landrat Jörg Farr und der Staatssekretär im Umweltamt, Frank Doods. Und während man auf politischer Seite eher den Stolz auf das Geleistete (immerhin wurden hier von EU, Land, Landkreisen und den Städten Rinteln und Hessisch Oldendorf 260000 Euro aufgebracht) und den Dank an maßgebliche Unterstützer und Ideengeber wie Naturschutzbund, Naturpark Weserbergland und Familie Eggersmann in den Vordergrund stellt, lenkt der dritte Redner den Blick schon wieder auf die Zukunft.

Der ebenfalls angereiste Naturschutzbund-Präsident Olaf Tschimpke hat bereits neue Ziele im Visier. Das jüngst ins Leben gerufene Bundesprogramm „Blaues Band“, das schwerpunktmäßig Renaturierung und Erschließung von Flusslandschaften fördern soll, würde, so Tschimpke, einen guten Rahmen für weitere Maßnahmen im Weserbereich abgeben. „Wir sind hier auf schon auf dem richtigen Weg. Es gilt, Umweltschutz und sanften Tourismus weiter voranzutreiben.“ Letztlich gehe es ihm auch darum, hierzulande viele schöne Regionen zu schaffen, damit die Menschen beginnen, ortsnah Urlaub zu machen, anstatt in die Ferne zu reisen, beschließt Tschimpke seine Rede und trifft damit sicherlich auch den Nerv aller anwesenden Lokalpolitiker.