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Rinteln Stadt Bäume für neugeborene Rintelner auf der Streuobstwiese gepflanzt
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Bäume für neugeborene Rintelner auf der Streuobstwiese gepflanzt
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11:45 11.11.2019
Angehörige pflanzen junge Apfelbäume auf der Streuobstwiese für neugeborene Rintelner. Quelle: Werner Hoppe
Rinteln

Noch bis Freitag standen und wuchsen im Rintelner Generationenpark 415 Apfelbäumchen. Am Samstag war Pflanztag, dann kamen 27 weitere hinzu – jedes davon steht für einen neugeborenen Rintelner im Jahr 2019. Da die Frischlinge – zwölf Mädchen und 15 Jungen – ihr ganz persönliches Bäumchen natürlich nicht selbst einbuddeln konnten, erklärte sich der morgendliche Menschenauflauf auf der Streuobstwiese von selbst: Alle hatten ihre Helfer mitgebracht – hauptsächlich Eltern, Großeltern, Paten, ältere Geschwister.

Als Stadtgärtnermeister Klaus-Ulrich Hartmann das Zeichen zum Sammeln gab, wurde es einen Moment lang beinahe still auf der Wiese. Die Pflanzer hörten genau hin, was Hartmann an Tipps gab. Sämtliche Pflanzgruben waren von seinen Mitarbeitern vorbereitet und mit Stützpfählen versehen worden. Die Stämmchen mit ihren nackten Wurzeln sollten nur bis zur Farbmarkierung eingegraben werden. Als Beigabe hatte der Rintelner Imkerverein zu jedem Bäumchen eine Tüte mit Krokus-Pflanzzwiebeln spendiert, die der Vereinsvorsitzende Klaus Koschnick persönlich ausgab.

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Einfaches Pflanzen durch gute Organisation

Dann wurden die Namen der kleinen Empfänger aufgerufen. Die Helfer bekamen den jeweiligen Wunschbaum ausgehändigt und suchten und fanden die Pflanzstellen ganz leicht, weil alle mit Nummern, Namensschildern und der Bezeichnung der jeweiligen Apfelsorte versehen waren.

Der Baum von Simon Koczewski hat die Nummer 423 und soll, wenn Simon einmal die Grundschule besuchen wird, Äpfel der Sorte Alter Gravensteiner tragen. Doch am Samstag trugen in dem Moment erst einmal andere: Papa Witek trug das Bäumchen, Mama Olga trug Simon, und sein dreijähriges Schwesterchen Isabella, das ebenfalls schon einen eigenen Baum besitzt, trug die Tüte mit den Krokus-Zwiebeln.

Warum die Dreijährige noch im Laufen so eifrig versuchte, den Klarsichtbeutel zu öffnen, erklärte ihre Mutter nebenbei: „Weil sie denkt, da sind Süßigkeiten drin.“ Waren es aber nicht, und Isabella tröstete sich über die aufkeimende Enttäuschung hinweg, indem sie stattdessen eben Krokusse pflanzte.

Kein einziger Baum vertrocknet

Im Großen und Ganzen ist alles im Werden und in Ordnung im Rintelner Generationenpark, erklärte Stadtgärtnermeister Hartmann gegenüber dieser Zeitung zum Projekt. Trotz zweier Hitzesommer in Folge „ist uns kein einziger Baum vertrocknet – wir haben alle regelmäßig bewässert“.

Dazu ermuntert Hartmann alle Eltern, selbst nach ihren Apfelbäumchen zu sehen und ihnen mit der Gießkanne über Trockenzeiten hinwegzuhelfen sowie besonders in der Erntezeit öfter mal einen Kontrollbesuch im Generationenpark zu machen. Denn es werde leider zu häufig beobachtet, wie diebische Schwarzpflücker körbeweise Äpfel im Kofferraum des direkt neben dem Baum geparkten Autos verschwinden ließen.

Geschätzt über zehn Tonnen Äpfel

Und so sei das Projekt wirklich nicht gedacht, gibt Hartmann zu bedenken – wobei gegen vereinzeltes Probieren direkt vor Ort nichts einzuwenden sei. Denn bei aktuell 442 gepflanzten Bäumchen und bei angenommen nur einem halben Zentner Äpfel Ertrag könnten im Generationenpark in einigen Jahren realistisch geschätzt über zehn Tonnen Äpfel pro Saison heranreifen. von Werner Hoppe

Zum Weiterlesen: Hitze, Frost und Trockenheit: Schwache Apfelernte in Schaumburg