Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Rinteln Stadt Bewaffneter Seriendieb (19) aus Rinteln muss doch nicht in Haft
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Bewaffneter Seriendieb (19) aus Rinteln muss doch nicht in Haft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:07 22.10.2019
Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von zweieinhalb Jahren gefordert. Doch nach dem Prozess in Rinteln wurde der Haftbefehl gegen den 19-Jährigen aufgehoben. Quelle: Symbolfoto, dpa
Rinteln

Für eine Serie von Diebstählen hat das Jugendschöffengericht einen 19-Jährigen zu einer Jugendstrafe von 18 Monaten mit Bewährung verurteilt. Außerdem verließ der junge Mann, der ohne festen Wohnsitz lebt und die letzten drei Monate in Untersuchungshaft gesessen hat, den Gerichtssaal als freier Mann.

Mit Messern und Baseballschläger bewaffnet eingebrochen

Sein Haftbefehl wurde aufgehoben. Der Angeklagte hatte im Sommer zumeist unter Drogeneinfluss etliche Fahrräder gestohlen, aber auch Spirituosen. Dabei führte er häufig bis zu drei Messer in seiner Umhängetasche mit sich.

Lesen Sie auch:
Diebesduo klaut Einkaufswagen voller Schokolade in Bückeburg

Schwerwiegendste Tat war ein Wohnungseinbruchdiebstahl, bei dem er mit einem Kumpel rund zehn Flaschen Bier erbeutete und einen Nachbarn bedrohte. Diesmal hatte er zwei Messer und einen Baseballschläger dabei. „Lassen Sie sich dies hier als allerletzte Warnung dienen“, verdeutlichte der Vorsitzende Richter Ulf Kranitz.

19-Jähriger muss gemeinnützig arbeiten und Personen meiden

Die Bewährung wurde mit einer Vielzahl von Auflagen verbunden. Unter anderem muss der 19-Jährige als Eingliederungsmaßnahme seinen Wohnsitz in einer noch zu bestimmenden Einrichtung nehmen und sich zweimal wöchentlich bei einem Wachtmeister persönlich vorstellen. Zudem darf er keine Drogen nehmen und in der Öffentlichkeit kein Messer bei sich führen.

Nicht zuletzt muss der junge Mann 120 Stunden gemeinnützig arbeiten und sich von drei namentlich genannten Personen aus seinem früheren Umfeld fernhalten. Mit diesem Urteil folgte das Jugendschöffengericht im Wesentlichen dem Antrag von Verteidiger Marco Vogt. Dagegen wollte Staatsanwalt Nils-Holger Dreißig, dass der Angeklagte weiterhin im Gefängnis bleibt: Er forderte eine Jugendstrafe von zweieinhalb Jahren.

Whisky-Diebstahl im Supermarkt fliegt auf

Im Sommer fiel der 19-Jährige durch eine Serie von rund einem Dutzend Diebstählen auf. Meistens klaute er nicht abgeschlossene Fahrräder im Stadtgebiet und stellte sie nach der Benutzung irgendwo wieder ab. Ob er im Einzelfall auch ein Rad verkauft hatte, blieb unklar.

In einem Supermarkt ließ er vier Flaschen Whisky mitgehen. Er fiel dabei auf, weil die Spirituosen in seinem Rucksack klapperten.

Drogenexzesse und Hitler-Huldigungen

Zu jener Zeit stand der junge Mann ständig unter Drogen. Während er zuvor Marihuana konsumiert und Alkohol nur an den Wochenenden getrunken hatte, nahm er dann fast täglich Amphetamine. Selten war es Ecstasy, ein paar Mal auch Koks und Heroin.

Im Juni stieg er mit einem Kumpel durch ein gekipptes Fenster in eine Wohnung in der Innenstadt ein. Wieder hatte er Messer dabei und unter dem Arm auch einen Baseballschläger. Die Diebe entwendeten acht bis zehn Flaschen Bier aus der Unterkunft. Als draußen ein Anwohner auf das Geschehen aufmerksam wurde und die Polizei rufen wollte, ging der 19-Jährige mit zwei Messern in den Händen schnell auf ihn zu.

Der Zeuge lief dann sofort in seine Wohnung. Ein anderes Mal wurde der Angeklagte auf offener Straße von der Polizei kontrolliert. Zu den Beamten sagte er dann: „So eine Scheiße hier, Heil Hitler.“ Dies, so der junge Mann, habe er geäußert, weil es ihn aufregte, immer erwischt zu werden. maf

Mehr Diebstahl-Meldungen