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Rinteln Stadt Brückentorsaal: Kulturring spricht sich für Sanierung aus
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Brückentorsaal: Kulturring spricht sich für Sanierung aus
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08:39 20.12.2018
Sanieren oder neu bauen? Diese Frage rund um den Brückentorkomplex beschäftigt Rinteln schon lange.
Sanieren oder neu bauen? Diese Frage rund um den Brückentorkomplex beschäftigt Rinteln schon lange. Quelle: Archiv
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Rinteln

Eine neue Stadthalle oder den Brückentorsaal sanieren? Zu dieser Frage will der Vorstand des Kulturrings im Januar Handzettel verteilen und die Meinung von Rintelns Bürger einholen. Wer will, kann ab sofort per E-Mail (kuri-rinteln@t-online.de) dazu Stellung nehmen.

Der Kulturring-Vorstand mit Wolfgang Westphal, Marion Droste, Petra Sieve, Eberhard Kirsch, Andrea Rienhoff und Geschäftsführerin Juliane Weiss, der gestern im Bürgerhaus tagte, hat sich bereits positioniert.

Deshalb ist der Vorstand gegen eine neue Stadthalle

Einstimmig, wie der Vorsitzende Wolfgang Westphal betonte, spreche sich der Vorstand für die Sanierung des Brückentorsaales aus. Der Vorstand habe den Eindruck, dass die Stadt mit einer neuen Stadthalle „völlig an den Wünschen und Bedürfnissen der Bevölkerung vorbeiplant“.

Vorstandsmitglieder erläuterten, was aus ihrer Sicht gegen eine Stadthalle spricht: Zum einen sei diese zu weit weg vom Zentrum. „Wenn man von Innenstadtentwicklung spricht, kann man keine Halle an die Peripherie bauen“, so der Tenor. Dann dauere es viel zu lange, bis die Halle stehe – im schlechtesten Fall bis zu acht Jahre.

Der Brückentorsaal wiederum habe die richtige Lage, die richtige Größe und Parkplätze drum herum. Die Bühne sei ausreichend, die Akustik ebenfalls. Kirsch: „Alles passt.“ Westphal widersprach der Behauptung, Theaterbesucher würden nicht mehr in die Lokale gehen. Das Gegenteil sei richtig: Nach dem Theater sei das „Italia“ voll, auch andere Gaststätten seien gut besucht.

So geht es beim Kulturprogramm weiter

Für falsch hält der Vorstand allerdings die Idee des Bremer Investors, den Saal in den ersten Stock zu verlegen: Dann müsste für einen Konzertflügel und für Kulissen ein Lastenaufzug gebaut werden. Das sei unrealistisch.

Im kommenden Jahr bietet der Kulturring noch das volle Programm mit Theater, Kabarett und Konzert, doch für die Saison 2019/2020 werde es schwieriger, schilderte Geschäftsführerin Weiss. Großes Theater mit 500 Besuchern sei im Gymnasium Ernestinum nicht möglich. Ein weiteres Problem sei, dass sich Tourneetheater weigerten, dort aufzutreten. „Das ist eine Pausenhalle, keine Aula“, betonte Westphal, die zudem im Übrigen bald nicht mehr zu Verfügung stehe, wenn die IGS gebaut werde. Ratskellersaal und Aula der Finanzschule seien als Alternativen zu klein.

Ab März ist der Brückentorsaal endgültig dicht

Es droht ein Verlust an Besuchern. Und die würden fehlen, denn der Kulturring ist auf den Kartenverkauf angewiesen. Erste Abonnenten hätten bereits angekündigt, ihr Abonnement nicht weiterführen zu wollen, erklärte Weiss. „Wir machen uns große Sorgen um den Kulturring, um die Kultur in Rinteln überhaupt. Wir möchten, dass die Besucher in Rinteln bleiben und nicht nach Hameln, Minden oder Detmold abwandern.“

Ab März ist der Brückentorsaal endgültig dicht. Dass es danach zumindest für die Stadt keine organisatorischen Probleme gibt, hat einen einfachen Grund: Seit mehr als einem Jahr ist klar, dass der Brückentorsaal nicht mehr zur Verfügung stehen wird. „Wir haben also für den Brückentorsaal keine Termine mehr angenommen“, schildert Hans-Georg Dlugosch, Amtsleiter des Amtes für Bildung und Kultur.

Sollten jetzt Anfragen nach Veranstaltungsorten kommen, helfe die Verwaltung gern. Auch deshalb, weil in jedem Einzelfall geklärt werden müsse, wo welche Veranstaltung möglich ist und wie viele Gäste beispielsweise ein Dorfgemeinschaftshaus nutzen können.

von Hans Weimann