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Rinteln Stadt Darum dürfen Waldkindergärten in Rinteln nicht ganztags öffnen
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Darum dürfen Waldkindergärten in Rinteln nicht ganztags öffnen
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13:29 29.10.2019
Seinen zehnten Geburtstag hat der Waldkindergarten Rinteln groß gefeiert - doch bis heute dürfen die Einrichtungen nicht ganztags öffnen, weil sie als "Pilotprojekte" gelten. Quelle: cok/Archiv
Rinteln

In den Waldkindergärten der Stadt können Mädchen und Jungen derzeit maximal bis 12.30 Uhr betreut werden. Deshalb kommen sie für viele an diesem pädagogischen Konzept interessierte Eltern kaum infrage. Für die „Waldzwerge“-Kita in der Rintelner Nordstadt aber gibt es Hoffnung auf eine Einzelfalllösung.

Zeiten eingeschränkt, weil Waldkindergärten Pilotprojekt sind - seit 25 Jahren

Seit etwa 25 Jahren gelten die Waldkindergärten immer noch als „Pilotprojekt“. Zu den dadurch verschärften Rahmenbedingungen gehört auch die Vorschrift eingeschränkter Öffnungszeiten. Das gilt sowohl für die „Waldzwerge“ als auch für die „Heidestrolche“ in Strücken.

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Anders als in „normalen“ Kitas gibt es in diesen Kindergärten eine maximale Betreuungszeit von fünf Stunden. Eine Verlängerung sei den Kindern nicht zuzumuten, solange sie sich dann nicht in einem angemessen eingerichteten Haus aufhalten und ein richtiges Mittagessen erhalten könnten, referiert Hans-Georg Dlugosch, Leiter des Amtes für Bildung und Kultur, die Auskunft aus dem Niedersächsischen Kultusministerium.

Nur "Waldzwerge" würden Anforderungen entsprechen

Bei einem Ortstermin bei beiden Rintelner Wald-Kitas unter anderem mit Bürgermeister Thomas Priemer und dem Fachausschuss des Kultusministeriums stellte sich heraus, dass einzig die „Waldzwerge“ die Möglichkeit hätten, den Anforderungen für eine verlängerte Öffnungszeit zu genügen. Dort stünde als Unterkunft möglicherweise eine Wohnung im ehemaligen Landschulheim zur Verfügung. Für zehn Kinder könnte es dann eine entsprechende Genehmigung geben.

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"Heidestrolche" haben kein geeignetes Gebäude

Die Strücker „Heidestrolche“ dagegen können kein geeignetes Gebäude aufweisen. Das erklärte Priemer im Sozialausschuss. Zwar sei das Dorfgemeinschaftshaus als mögliche Unterkunft in Augenschein genommen worden, dabei habe sich aber herausgestellt, dass die tägliche Nutzung durch andere Gruppen und ein erheblicher Umbau-Investitionsbedarf dem Anliegen aktuell noch entgegenstehen würden. Möglicherweise ließen sich zu einem späteren Zeitpunkt Gelder aus dem Dorferneuerungsprogramm dafür einsetzen.

Was die „Waldzwerge“ betreffe, so wolle man mit Stefanie Lecker als Besitzer des Landschulheimes klären, ob die ehemalige FSJler-Wohnung im Gebäude den Ansprüchen für eine Kita-Unterkunft genügen könne, so Dlugosch. Dann werde das Kultusministerium hoffentlich grünes Licht geben für eine Verlängerung der Öffnungszeit bis 14 Uhr. Von Cornelia Kurth

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