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Rinteln Stadt Das „Happy Night“ schließt
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00:26 18.03.2018
Das „Happy Night“ in Rinteln schließt Ende des Monats.
Das „Happy Night“ in Rinteln schließt Ende des Monats. Quelle: Archiv
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RINTELN

Hohe Investitionen wären laut Betreiber Wolfgang Schmidt notwendig, damit die Diskothek „den Ansprüchen der Jugend gerecht“ werde. Er selbst sei mittlerweile mit 67 Jahren im Rentenalter. Vergangenes Jahr habe er noch aktiv nach einem Nachfolger gesucht, aber ohne Erfolg.

Dieses Jahr habe er zwar sogar jemanden gefunden, mittlerweile wolle aber auch der Eigentümer des Gebäudes es „etwas ruhiger angehen lassen“. Das heißt: keine neue Diskothek, lieber eine Physiotherapie-Praxis oder einen zusätzlichen Arzt. Im Obergeschoss befinden sich bereits jetzt mehrere Arztpraxen.

Schmerzgrenze erreicht

 Außerdem, betont Schmidt, habe sich das Ausgehverhalten der Jugendlichen in den vergangenen Jahrzehnten verändert. Er betreibt mittlerweile seit 40 Jahren das „Happy Night“. Früher habe man noch sechs Tage die Woche geöffnet gehabt – zuletzt nur noch zweimal im Monat.

Des Weiteren sei seine Schmerzgrenze – was Probleme beim „Happy Night“ angeht – mittlerweile „fast auf null“. Die Unruhen vor der Haustüre würden in den vergangenen Jahren deutlich zunehmen. Rüpeleien, Beleidigungen bis hin zu Körperverletzungen würden immer weiter zunehmen.

15 Aushilfskräfte verlieren Job

Mit Blick auf die 15 Aushilfskräfte, die bis zuletzt beim „Happy Night“ tätig waren, bedauert Schmidt das Ende. Auch mit Blick auf die Abiturienten, die regelmäßig ihre Abi-Partys veranstalteten, um ihre Abschlussfeier zu finanzieren. Aber er sei nun einmal im Rentenalter, und der Hauseigentümer wolle es etwas ruhiger angehen.

Mittlerweile wird die Fläche des ehemaligen „Happy Night“ auch bereits online zur Miete angeboten. „Eine Nutzung als Sportstudio, Praxis, Büro, Einzelhandel, Restaurant und vieles mehr ist vorstellbar“, heißt es dort. Eine Diskothek aber offenbar nicht mehr.

„Das ist ja Mist“

Aufgrund der Skelettbauweise des Gebäudes könne die Mietfläche von 447 Quadratmeter in separate Einheiten unterteilt werden. Bei Bedarf könne die Mietfläche durch Leichtbauwände weiter unterteilt werden.

Bürgermeister Thomas Priemer, der erst im Gespräch mit den SN von der Schließung erfuhr, war merklich erschüttert. „Das ist ja Mist“, entfährt Priemer sein erstes Statement. Er habe damit nicht gerechnet. Das Ende der letzten Diskothek in Rinteln sei alleine aufgrund ihrer Historie schon ein herber Verlust. „Ich bin früher selber ins ,Happy Night‘ gegangen. Das ist ein Stück Geschichte.“

Verlust für die Weserstadt

Dass Rinteln künftig keine eigene Disko mehr hat, findet Priemer extrem bedauerlich. Einen direkten Ansatz, wie die Stadt in dieser Frage helfen könne, habe er allerdings nicht. „Das ist nicht unsere originäre Aufgabe, Tanzveranstaltungen zu organisieren.“ Er ist sich aber sicher: „Das wird erheblichen Nachhall haben. jak