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Rinteln Stadt Der Kapitän geht von Bord
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12:53 23.06.2018
Heinz Kraschewski
Heinz Kraschewski Quelle: seb
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Rinteln

Am Montag, 25. Juni, ab 19 Uhr findet im Klubheim des SC Rinteln am Steinanger die Hauptversammlung des Fußballvereins statt. Dann wird auch ein neuer Vorsitzender gewählt.

Der Grund für den Rücktritt des 56-Jährigen liegt in der beruflichen Tätigkeit begründet. „Das Ehrenamt beim SCR wird im Auetal in Verbindung mit dem hauptamtlichen Bürgermeisterjob im Auetal teilweise kritisch gesehen. Da ich jegliche Konflikte vermeiden will, trete ich beim SCR nicht zu einer weiteren Amtszeit an“, erklärt Kraschewski seinen Verzicht. Die Nachfolge sei aber gut geregelt, der SCR habe prima Zukunftsaussichten, so die Prognose des scheidenden Vorsitzenden. Viele Weggefährten aus seiner aktiven Zeit würden sich heute im Vorstand und als Trainer engagieren. „Das finde ich toll“, sagt Kraschewski und denkt dabei an Namen wie Dirk Böhning, Thomas und Olaf Bedey, Roland Walter, Volker Posnien, Ulrich Seidel und Heiko Ruhe sowie Hans-Georg Dlugosch, Ralf Kaufmann, Peter Blaumann, Dieter „Theo“ Merchel, „Alleskönner“ Lothar Rachow und ganz viele andere Unterstützer. „Wenn viele Leute an einem Strang ziehen, dann kommt auch etwas Vernünftiges heraus“, verrät Kraschewski sein Motto.

Lebensmittelpunkt SCR

Im Jahr 1971 kam Familie Kraschewski aus Ostpreußen und siedelte sich in Rinteln an. „Im September sind wir in die Weserstadt gekommen, und im Oktober war ich bereits im Fußballverein. Schuld daran waren damals meine Klassenkameraden Matthias Bülow und Uwe Korff“, erinnert sich Kraschewski. Der SCR wurde zu einem wesentlichen Lebensmittelpunkt in seiner neuen Heimat. Es entwickelten sich viele Freundschaften. „Der Verein war mein Bezugspunkt“, weiß Kraschewski.

Nach der Ära von Dieter Vogt wurde im Jahr 1986 ein neuer Vorstand zusammengestellt. „Ich wollte dem Verein etwas zurückgeben und übernahm zunächst als stellvertretender Schriftführer Verantwortung“, erzählt Kraschewski. Bis 1999 war er als Geschäftsführer im Amt, dann wurde Kraschewski bis zum Jahr 2004 der „Chef“ des SC Rinteln. „Meine Ziehväter waren der Ehrenvorsitzende Karl-Heinz Lehmeier, Herbert Lehmeier, Horst Wilkening und Gerhard Witte“, blickt er zurück.

Gelungenes Vereinsheim

In seiner ersten Amtszeit wurde das Vereinsheim am Steinanger – trotz einiger Bedenken – im Jahr 2000 gebaut. Viele Stunden verbrachte Kraschewski dort als Helfer, aber insbesondere auch sein Vater Heinz und Peter Schledzewski, der damalige Sportheimwart, waren große Stützen beim Bau des Klubheims. „Eine Begegnungsstätte für Spieler und Zuschauer, für Alt und Jung, das hatte ich mir auf die Fahnen geschrieben. Und unser SCR-Heim ist wirklich gelungen“, freut sich der Noch-Vorsitzende.

Kraschewski erkrankte und legte eine mehrjährige Pause ein, in der er dem Verein allerdings im Hintergrund immer zur Verfügung stand. Sein Freund Michael Box erinnerte ihn schließlich daran, dass er nur als Platzhalter eingesprungen war – und so gab Box den Posten des Vorsitzenden wieder in die bewährten Hände des 56-Jährigen zurück. In der zweiten Amtszeit von 2011 bis 2018 bekam der Steinanger einen neuen B- und einen neuen C-Platz, das Sportheim wurde saniert und erhielt einen schicken Anbau. „Unsere Sportanlage ist ein richtiges Schmuckstück geworden. Der Motor für den Ausbau hieß Klaus Peters“, bedankt sich Kraschewski beim ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden für dessen herausragendes Engagement.

Abtritt nach Wiederaufstieg

Als Vorsitzender gab es viele schöne und natürlich auch nicht so schöne Momente. „Zwei Sachen habe ich in der Vorstandsarbeit gelernt. Erstens: Der Erfolg hat viele Väter; der wahre Zusammenhalt im Verein zeigt sich erst in Krisensituationen. Und zweitens: Man muss mit menschlichen Enttäuschungen leben lernen und diese später auch wieder vergessen können“, erklärt Kraschewski. Er ist froh, dass die Erste den direkten Wiederaufstieg in die Bezirksliga geschafft habe. Nun könne er beruhigt abtreten.

Was macht er mit seiner gewonnenen Freizeit. „Ich habe nach meiner Bürgermeisterwahl eh nur noch eingeschränkt im täglichen Vereinsgeschehen mitgearbeitet“, meint Kraschewski und verspricht, sich mehr um Familie, Kegelverein und die eigene Gesundheit zu kümmern. Bei Spielen seines SC Rinteln wird man ihn jedoch weiterhin antreffen. seb