Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Rinteln Stadt Die Welle reiten
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Die Welle reiten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:08 05.09.2018
Wollen Kindern und Jugendlichen mit Eltern, die psychische Probleme haben, mehr unter die Arme greifen: Albrecht Schäffler (von links), Susanne Meyer, Frederike Pahne und Eva Biller. Quelle: mv
Anzeige
Rinteln

Dadurch sollen Betroffene im Umgang mit den Erkrankungen ihrer Eltern unterstützt werden.

Als zusätzliche Fachkräfte wurden deswegen eigens die Heilpädagogin Eva Biller und die Sozialarbeiterin Frederike Pahne eingestellt. Die gemeinsamen Aktivitäten und Treffen, die Kern des Projekts sind, sollen insbesondere präventiv wirken, da viele Kinder später oft selbst psychisch erkranken oder sogar im jungen Alter schon belastet sind.

Anzeige

Als Hilfe werden zwei Gruppen gegründet, die jeweils für Kinder und Jugendliche angeboten werden, erklärt der Organisator der Initiative, Albrecht Schäffer. Sie werden sich wöchentlich treffen.

In der „offenen Gruppe“ werde den Kindern und Teenagern im Prozess der Selbstfindung, dem Aufbau von Selbstbewusstsein und dem Finden von Lösungsmöglichkeiten in schwierigen Situationen unter die Arme gegriffen. In der sogenannten „Vertrauensgruppe“ geht es hingegen zunächst um einen Vertrauensaufbau, bevor die Betreuer mit den Betroffenen ins Gespräch über die psychischen Probleme im Elternhaus kommen. Dieser Dialog ist in der Gruppe der zentrale Aspekt. Weiterhin soll klar vermittelt werden, dass die Kinder keine Schuld an der Erkrankung ihrer Eltern tragen – und um welche Krankheitsbilder es sich überhaupt handelt.

Halt und Vertrauen spüren

„Egal, ob beim gemeinsamen Essen, während der Autofahrt oder bei den regelmäßigen Treffen: Wenn die Kinder über die Belastungen reden können, ist es der erste Schritt zur Besserung“, sagt die systemische Trainerin Susanne Meyer. Schäffer ergänzt: „Sobald die Kleinen Halt und Vertrauen innerhalb der Gruppe spüren, wird es für sie einfacher, sich zu öffnen.“ Diese Gruppe solle im Optimalfall immer aus den gleichen Kindern beziehungsweise Jugendlichen bestehen, um einen stetigen Fortschritt in einer geschützten Atmosphäre zu erreichen, erklärt der Organisator. Trotzdem seien neue Mitglieder im Laufe der Zeit nicht ausgeschlossen.

Zusätzlich zu den Gruppentreffen werden gemeinsame Fahrten stattfinden. Zuletzt ging es für einige Kinder bereits ins Extertal und nach Schillig.

Neben den Kindern und Jugendlichen sollen auch die Eltern in monatlichen Austauschrunden unterstützt und miteinbezogen werden. Ein sehr sensibler Umgang sei hier ganz besonders gefragt, um gemeinsame Schritte nach vorne zu gehen: „Statt nur der Kinder haben wir die gesamte Familie als System im Fokus, um möglichst effektiv zu arbeiten. Es motiviert die Kleinen, wenn sie bemerken, dass Mama oder Papa auch an den Problemen arbeiten“, sagt Schäffer. Gleichzeitig betont er aber auch, dass es sich bei „Wellenreiter“ lediglich um eine Art Beratung und Unterstützung und nicht um eine Therapie handele.

Herausforderungen bewältigen

Ein weiteres Angebot im Projekt ist das Coaching durch ehrenamtliche Betreuer. Diese werden speziell geschult, um den Kindern und Jugendlichen ein- bis zweimal pro Woche im Alltag beizustehen. Die Coaches sollen die zu Hause fehlende Bezugsperson des Kindes ein Stück weit ersetzen, indem ganz alltägliche Herausforderungen wie der Weg zum „Seepferdchen“ gemeinsam gemeistert werden.

Finanziert wird das Projekt „Wellenreiter“ durch die Aktion Mensch, die Klosterkammer Hannover, die Bürgerstiftung Schaumburg und den Lions Club. Stattfinden werden die Gruppengespräche und Aktivitäten entweder auf dem von Jugendlichen kultivierten „Bauwagen-Grundstück“ in Exten oder in den neuen Räumen des Kinderschutzbundes in der Klosterstraße 27.

Informationen:

Für weitere Informationen steht Albrecht Schäffer unter Telefon (05751) 9933067 oder per E-Mail an wellenreiter-rinteln@gmx.de zur Verfügung. mv