Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Rinteln Stadt Ehemann gesteht: Rintelnerin mit 27 Messerstichen getötet
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Ehemann gesteht: Rintelnerin mit 27 Messerstichen getötet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:45 12.09.2019
Der Prozessauftakt gegen den 28-jährigen Rintelner vor dem Landgericht Bückeburg am Mittwochmorgen wird von großem Medieninteresse begleitet. Im Prozess gesteht der Mann, seine Ehefrau in Rinteln mit 27 Messerstichen getötet zu haben. Quelle: Tobias Landmann
Rinteln/Bückeburg

"Ich bin fix und fertig, mein Herz ist gebrochen", sagte der Angeklagte. Im Streit soll der Mann 27-mal in Brust, Bauch und Herz gestochen haben. Weitere Stiche trafen die Arme. Dies deutet darauf hin, dass das Opfer versucht hat, sich zu schützen. Das Opfer war verblutet.

Staatsanwaltschaft: Frau soll noch gelebt haben

Als der mutmaßliche Täter die Wohnung an der Rintelner Bäckerstraße zusammen mit den beiden gemeinsamen Kindern in jener Nacht verließ, lebte die 22-Jährige nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft jedoch noch.

Zum Prozessauftakt versuchte der Angeklagte, seine getötete Frau in schlechtes Licht zu rücken, während er selbst sich weinerlich gab und mehrfach schluchzte. Angeblich hatte die 22-Jährige ihn wiederholt beleidigt.

Das war der Moment, wo sich meine Stimmung änderte. Von null auf 1000.

Angeklagter (28)

Der Angeklagte behauptet außerdem, dass sie die beiden Töchter in der Tatnacht als „Welpen“ bezeichnet habe. „Das war der Moment, wo sich meine Stimmung änderte. Von null auf 1000“, erklärte der Messerstecher vor Gericht. Außerdem, so der Mann, soll die Frau sich geweigert haben, ein Dokument zu unterschreiben.

So schildert der Angeklagte den Totschlag vor Gericht

Mit dem Klappmesser wollte er der 22-Jährigen eigenen Angaben zufolge lediglich „Angst machen, damit sie ruhig bleibt, denn ich wollte mich mit ihr aussprechen und versöhnen“. Sie habe jedoch ins Messer gegriffen. „Reflexartig“ habe er das Opfer daraufhin „zufällig am Bein getroffen“.

Im Streit will der Mann dann hingefallen sein und seine Frau zu Boden gezogen haben, wo es zu einem Kampf gekommen sei. Dabei habe er ausgeholt und mit dem Messer zugestochen. Sein Arm sei „immer hin und her gegangen“.

Wurden die Kinder des Paares Augenzeugen der Tat?

Das Paar lebte zu der Zeit bereits getrennt. Sie hatte sich mit den Kindern eine Wohnung in der Rintelner Innenstadt genommen, er wohnte weiterhin in Freiburg/Elbe (Landkreis Stade). Am Tag der Tat, dem 12. März, wollte der Vater die Kinder, die für einige Tage bei ihm zu Besuch gewesen waren, nach Rinteln zurückbringen. Ob die kleinen Mädchen Augenzeugen der Tat geworden sind, ist bisher nicht bekannt.

Die Kinder hatte der Vater anschließend bei Verwandten in Wunstorf abgegeben. Er selbst stellte sich einen Tag später in Hamburg der Polizei. In der Wohnung seiner Frau, die ebenfalls aus Afghanistan stammt, will der 28-Jährige kein Blut gesehen haben. „Erst als ich ins Auto stieg, habe ich gesehen, dass mein linker Arm blutig ist“, sagte er.

So geht es in dem Gerichtsprozess jetzt weiter

Geplant haben will der Mann die Tat nicht. Das für die Arbeit in der Landwirtschaft nötige Messer habe sich zufällig in seinem Rucksack befunden. Die Tatzeit (zwischen 2 und 3 Uhr nachts) erklärte der Angeklagte damit, dass es unterwegs Probleme mit dem Auto gegeben habe und er mit den Kindern viel später als geplant in Rinteln eingetroffen sei.

Im Oktober beginnt die Vernehmung der zwölf Zeugen. Außerdem sind drei Gutachter geladen. Richter Norbert Kütemeyer, Vorsitzender des Schwurgerichtes, hat für den Prozess zehn Sitzungstage anberaumt. ly

Zu den Hintergründen