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Rinteln Stadt Ein harmonisches Familienfest in Rinteln
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Ein harmonisches Familienfest in Rinteln
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20:03 11.08.2019
Drei Bühnen, kein Platz: Das Altstadtfest lockt nach einem mauen Freitag am Samstag die Massen in die Weserstadt. Fotos: tol Quelle: tol
Rinteln

Die laue Nacht, das perfekt gemischte Programm aus Schlagern, Pop und Rock – wirklich fast jeder Musikgeschmack wurde auf Markt- und Kirchplatz bedient. Und die Jahrmarktatmosphäre durch die vielen bunten Buden, das Riesenrad, die abwechslungsreiche Gastronomie, das alles führte zu einem echten Partygefühl, das schon am Nachmittag begonnen hatte, als sich die Stadt nach und nach mit immer mehr Besuchern füllte, die schon da sämtliche Plätze von Cafés und Restaurants besetzten.

Am Freitag hätte man das so nicht zu hoffen gewagt. Da hatte es am späten Abend zu nieseln begonnen, und für den nächsten Tag war heftiger Sturm angesagt. Trotzdem zeigte sich von Beginn an, dass Marktmeister Daniel Jakschiks Konzept für das Altstadtfest wunderbar aufgehen würde, nämlich dafür zu sorgen, dass es ein Familien-Alt-stadtfest gibt, wo Partygänger ebenso ihre Freude haben sollten wie die Kinder mit Kasperletheater und Karussells und die eher gemütlichen Gäste, die zwischen Verkaufsständen flanieren und den verkaufsoffenen Sonntag nutzen wollten.

Auch die Betreiber der Jahrmarktsbuden waren zufrieden. Das galt jedenfalls für Karl-Heinz Maus, der seinen traditionellen Imbiss zur Freude vieler Kinder erstmals gegen das Angelspiel „Findet Nemo“ eingetauscht hatte. „Ich hätte mir nur eines gewünscht: Nicht ganz so nah an der lauten Bühne zu stehen“, meint er lächelnd. Am Ausschank vom Stadtkater verständigten sich Bedienung und Kunden per Zeichensprache: Zwei Finger hoch und dabei die Hand vor die Augen halten – das bedeutete: „Zwei dunkle Bier!“

Anwohner mit einbeziehen

Der lauten Musik auch mal zu entkommen und gleichzeitig Festteilnehmer zu bleiben, das nun war kaum möglich. „Früher ging das noch, da konnte man am ‚Lüttjen Ort‘ zwischen Stadtkater und Stadt Kassel etwas zurückgezogen sitzen. Heute ist dort die Feuerwehrzufahrt“, sagt Jakschik. „Meine Idee wäre ja, dass man auch Anwohner der Innenstadt einbezieht, die ihre Hinterhöfe für einen eigenen Ausschank öffnen.“ Das sei aber noch Zukunftsmusik. Tatsache sei: Weniger als drei Bühnen kämen nicht infrage. „Man sieht ja, dass sich sonst alle vor den Bühnen auf die Füße treten würden.“

Zum Altstadtfest gehört immer auch, dass lokale Künstler sich auf der Bühne präsentieren. Michael Kluwe mit seinen Rockballaden und die Western- und Countryband Daisy Town konnten sich auf die Begeisterung ihrer Fans verlassen, und das junge „Symphonische Blasorchester“ sorgte für einen sehr bewegenden Moment, als sie mit einem Stück des kürzlich verstorbenen Lokalredakteurs und Städteparterschafts-Organisators Dietrich Lange gedachten. Das rührte auch die Gäste aus Rintelns Partnerstädten Kendal und Slawno.

Nach diesen drei Tagen rauschender Party kehrt erst einmal Ruhe ein ins Städtchen. Spätestens am ersten Oktober-Wochenende aber darf wieder richtig schön gefeiert werden. Da beginnen die beliebten „Weintage“ auf dem Kirchplatz. Cornelia Kurth