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Rinteln Stadt Ein musikalisches Gesamtkunstwerk
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Ein musikalisches Gesamtkunstwerk
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22:22 30.12.2018
Überzeugende Leistung: Chöre, Solisten und Orchester verdienten sich unter Leitung von Daniela Brinkmann viel Beifall in St. Nikolai. Zahlreiche Zuhörer stimmten in der ausverkauften Kirche in die Choräle mit ein.
Überzeugende Leistung: Chöre, Solisten und Orchester verdienten sich unter Leitung von Daniela Brinkmann viel Beifall in St. Nikolai. Zahlreiche Zuhörer stimmten in der ausverkauften Kirche in die Choräle mit ein. Quelle: tol
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Rinteln

Furios startet Bachs Weihnachtsoratorium, das gestern in der Nikolai-Kirche die Botschaft von Jesu Geburt verkündigte. Bereits am Nachmittag waren Schaumburger Oratorienchor, der Jugendchor St. Nikolai und Kreiskantorin Daniela Brinkmann, dazu das Schaumburger Kammerorchester und vier hervorragende junge Solisten in der Kirche versammelt, um das Weihnachtsoratorium in einem Familienkonzert vorzustellen. Die Pauke zu Beginn, die sirrenden Geigen, der frohlockende Gesang, das alles erfasse die Stimmung der Hirten auf dem Felde, die als erste von der Geburt des Heilands erfuhren, erklärte Agathe Mezger-Diestelkamp, die als Hirte durch das kleine Konzert führte.

Dem charmanten Vorspiel folgte ein Einsingen, das nicht nur die Chöre betraf, sondern sich an Zuhörer richtete, die später beim Hauptkonzert die Choräle mitsingen würden. Tatsächlich fanden sich auch Altstimmen, Tenöre und Bässe im Publikum, die sich von Daniela Brinkmanns klarer Stimme anleiten ließen. Faszinierend für die Nicht-Mitsinger, bei dieser Probe mal die einzelnen Melodien der Nebenstimmen zu hören und ihre große Schönheit zu würdigen. So eingestimmt wurde das Weihnachtsoratorium zum Gesamtkunstwerk.

Souveräner Tenor, hervorstechender Chor

Immer wieder brillierten die Solisten mit ihren Rezitativen und Arien. Wenn es erlaubt gewesen wäre, hätte man Johannes Schwarz mit seinem wohlklingenden Bass nach jedem Vortrag gern sofort applaudiert, ebenso wie Svenja Rissiek (Alt), dem souveränen Tenor-“Evangelisten“ Simon Jass und der Sopranistin Meike Leluschko, die als Engel von der Kanzel herab die „große Freude“ verkündigte. Nicht viel anders war es, als die hellen Stimmen des Jugendchores in den Wechselgesang mit den Solisten eintraten, oder Trompete und Querflöte mit Solopartien hervorstachen.

Zu den bewegendsten Partien aus den ersten drei Teilen des Weihnachtsoratoriums gehört der Choral „Wie soll ich Dich empfangen“. Bach nutzte dazu die melancholische Melodie des Chorals „O Haupt voll Blut und Wunden“ aus der Matthäus-Passion. Er habe auf diese Weise Jesu Geburt und Jesu Passion auch musikalisch untrennbar miteinander verbunden, so Brinkmann. Alle Beteiligten trugen durch ihr Können dazu bei, dass dieser Abend zu Herzen gehen konnte.

Von Cornelia Kurth