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Rinteln Stadt Fenster im Job-Center angebohrt
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Fenster im Job-Center angebohrt
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18:46 23.01.2011

Rinteln (maf). In einer Märznacht 2010 machte sich der Angeklagte an einem Fenster des Job-Centers zu schaffen. Eine Zeugin sah den Mann und informierte die Polizei. Die Beamten trafen kurz darauf den 47-Jährigen an, der mit einem Fahrrad unterwegs war. In der Satteltasche entdeckten die Polizisten einen Leinenbeutel mit einem Bohrer. Zusammen gingen sie dann zu einem im Parterre befindlichen Kunststofffenster, das unten in der Mitte mit einem Zehn-Millimeter-Bohrer angebohrt worden war. Zweifellos war dieses Vorgehen ein untauglicher Versuch, um in das Gebäude einzudringen. Etwas entfernt vom Tatort wurden der Akkubohrschrauber und ein Zehn-Millimeter-Bohrer mit weißen Anhaftungen gefunden. Schließlich musste der unter Depressionen leidende und erheblich angetrunkene Arbeitslose mit zur Wache. Bei einer Blutentnahme wurden 1,48 Promille ermittelt.

Mit der Sachbeschädigung wollte der Angeklagte offenbar dem Job-Center „eins auswischen“, weil er sich nicht richtig behandelt fühlte. Die Absicht, in das Haus einzubrechen, hatte er jedenfalls nicht.
Bereits im Sommer 2009 war der Mann, der mehrere Jahre obdachlos war, bei einem Kauhausdiebstahl erwischt worden. Unter den Augen eines aufmerksamen Detektivs hatte er einen Strickpullover (17 Euro) unbezahlt mitgehen lassen. Mit seinem Urteil folgte Richter Rost im Wesentlichen dem Antrag von Anklagevertreter Günter Wilkening.