Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Rinteln Stadt Fraktionen besichtigen Brückentor: Unterschiedliches Fazit
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Fraktionen besichtigen Brückentor: Unterschiedliches Fazit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:18 31.07.2019
Quelle: jak
Rinteln

Das Fazit der politischen Fraktionen fällt am Ende einer fast zweistündigen Besichtigung des Brückentor-Teileigentums von Mitbesitzer Christian Schneidewind sehr unterschiedlich aus.

„Wer da mitgelaufen ist, der hat gesehen, was da alles gemacht werden muss. Das wird ein Millionengrab“, ist sich Dieter Horn (SPD) sicher. Er befürwortet daher weiterhin einen Stadthallen-Neubau.

Substanz hervorragend in Schuss

Ralf Kirstan (FDP) war dagegen ganz angetan vom baulichen Zustand des Gebäudes. „Der Eindruck von mir, Björn Rinne und Gert Armin Neuhäuser war, dass die Substanz ganz hervorragend in Schuss ist.“ Er finde, die Statik sei in einwandfreiem Zustand. Er bevorzugt eine Sanierung des Brückentorsaals, während Schneidewind sein Eigentum behält. Einhellig meinen Kirstan, Horn und Bürgermeister Thomas Priemer, dass der Teileigentümer Schneidewind (der telefonisch bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen war) am liebsten seinen Anteil verkaufen würde. Unabhängig davon, ob er an die Stadt oder gemeinsam mit der Stadt an einen Investor verkaufe.

Kirstan hält den Kauf des Schneidewind-Anteils für die kolportierten etwa 2,2 Millionen Euro im Zweifel für allemal besser als den Verkauf des Komplexes und den Neubau einer Stadthalle. „Schneidewind geht mit seinem Anteil verantwortungsvoll um und lässt ihn nicht verfallen“, meint er.

Lange Verhandlungen vor Gericht nicht ausgeschlossen

Horn dagegen ist der Meinung, Schneidewind wolle eine eigenmächtige Sanierung des Brückentorsaals auf jeden Fall verhindern. „Er kann uns da gewaltige Steine in den Weg legen.“ Die Verträge zwischen Stadt und Schneidewind würden festlegen, dass man Baumaßnahmen im Eigentum des jeweils anderen nur mit Zustimmung realisieren könne.

Das Problem: Anfangs sei die Anlage als ein Gebäude angelegt worden. Die Heizungsanlage befindet sich im Teil der Stadt, die Lüftungsanlage und die Wasseranlage liegen dafür im Bereich des „Woolworth“. Möglicherweise müsse man sich am Ende mit langwierigen Verhandlungen oder sogar über Gericht einigen. Das koste viel Geld und verhindere eine Sanierung des Brückentorsaals für möglicherweise lange Zeit. „Das Einfachste wäre, wenn Schneidewind das Ganze kauft“, findet Horn. Er könne dann mit einem Investor zusammen das Gelände entwickeln. Die Stadt könne im Zuge der Baugenehmigung immer noch Einfluss nehmen.

Bürger-Informationsveranstaltung geplant

Verwaltungschef Priemer musste aufgrund des nahenden Bürgerentscheides für oder gegen die Sanierung des Saales zunächst alle Gespräche mit Investoren ruhen lassen. „Ich habe die Akte zwar ständig am Tisch, kann aber keine Projektentwickler zum Gespräch bitten, wenn es möglich ist, dass das Projekt bald platzt.“ Die Suche nach einem Investor sieht der Bürgermeister aufgrund der Art der politischen Diskussion deutlich erschwert. Er plant derzeit eine Bürger-Informationsveranstaltung noch vor den Herbstferien.

Von Jakob Gokl

Mehr zu dem Thema: 

Keine Einigkeit beim Brückentor

Kritik an Umfrage des Kulturrings

4,4 Millionen Euro für Brückentor-Sanierung

Rinteln: 200 Bürger demonstrieren für Brückentor-Sanierung