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Rinteln Stadt Freispruch im Betrugsprozess um verkauften Metallschrott
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Freispruch im Betrugsprozess um verkauften Metallschrott
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20:53 05.06.2019
Quelle: dpa
Rinteln

Der Angeklagten wurde angelastet, rund 8000 Euro durch den Verkauf von Metallteilen erzielt zu haben, wovon sie aber nur 2000 Euro an den offenbar Geschädigten weiterleitete.

Dieser Vorwurf konnte vor Gericht nicht nachgewiesen werden. „Das ganze Geschäft, das da abgeschlossen wurde, hat einen faden Beigeschmack und stinkt zum Himmel“, kritisierte Richter Ulf Kranitz zu Beginn seiner Urteilsbegründung.

Im Sommer 2017 sollte ein Kieswerk verschrottet und innerhalb von drei Monaten abgeräumt werden. Den Auftrag der Kiesfirma soll die Angeklagte erhalten haben. Es wurden Schweißapparate zum Demontieren und Auseinanderschneiden der Metallteile zur Verfügung gestellt. Die 34-Jährige gab allerdings an, sie habe das Geschäft gar nicht abgeschlossen, sondern ihr Neffe. Einen Vertrag gibt es nicht.

„Das Ganze liegt in einem dubiosen Nebel“

Über zwei Monate arbeiteten dann die Frau, ihr Neffe und zwei bis vier weitere Personen am Abbau der Anlage. Ständig waren die Leute aber nicht vor Ort. Bei einer anderen Firma bestellte die 34-Jährige dann Container, die auf das Gelände gebracht wurden. Diese Firma lieferte vermutlich dreimal jeweils zwei Container und kaufte insgesamt 45 Tonnen Schrott von der abgebauten Anlage, um das Altmetall selbst weiterzuveräußern.

An die Angeklagte zahlte das Unternehmen 185 Euro pro Tonne, unter dem Strich mehr als 8000 Euro. Davon wurden 3000 Euro in bar an das Kieswerk weitergereicht, 1000 Euro mehr als in der Anklageschrift angegeben.

Nach Angaben von Zeugen könnten aber auch 60 Tonnen abgeräumt worden sein – bei einem Tonnenpreis von 350 Euro. Dies wären dann insgesamt mehr als 20.000 Euro. Unklar blieb auch, wie die Bezahlung der am Abbau beteiligten Arbeitskräfte geregelt wurde. „Das Ganze liegt in einem dubiosen Nebel“, bilanzierte der Verteidiger der Angeklagten. Und der Vertreter der Staatsanwaltschaft schloss sich mit seiner Einschätzung an: „Ich weiß schlicht nicht, was da gelaufen ist, um was für eine Summe, um was für einen Schaden es geht.“ maf