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Rinteln Stadt Fünf Millionen für den Rintelner Bahnhof
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Fünf Millionen für den Rintelner Bahnhof
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00:22 01.09.2018
Schön und modern sieht der Rintelner Bahnhof schon seit langer Zeit nicht mehr aus. Quelle: tol
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Rinteln

Ankündigungen, Hoffnungen, Versprechungen: Zum Thema Bahnhof haben die Weserstädter schon eine Menge gehört.

Am Rande der jüngsten Ratssitzung durfte ein weiteres Kapitel zu dem Thema hinzugefügt werden. Bürgermeister Thomas Priemer kündigte auf Anfrage eines Bürgers an, die Bahn wolle den Bahnhof 2020/2021 behindertengerecht ausbauen. Damit erledige sich dann vielleicht auch das leidige Thema der beschmierten und verdreckten Bahnhofsunterführung.

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Bahn hat einen anderen Zeitplan

Auf Nachfrage bei der Deutschen Bahn erklärt die Pressestelle, es sei tatsächlich ein Umbau des Bahnhofs angedacht. Allerdings erst im Jahr 2023. Die Pressestelle der Bahn – die ihre Worte bestimmt mit Bedacht wählte – schreibt allerdings nur „angestrebt“ und nicht „geplant“.

Denn der behindertengerechte Umbau der Unterführung wird bereits seit Jahren nach hinten geschoben.

Auch der Ärger über Schmierereien in der Unterführung könnten sich mit dem Umbau erledigen

Bereits 2014 wollte die Bahn mehr als zwei Millionen Euro investieren. Damals sollten zwei Aufzüge installiert, die alte Unterführung aber erhalten bleiben. Die Bahn kam allerdings nur so weit, dass sie die Fliesen von den Wänden der Unterführung brach – dann wurde erst einmal ein Jahr lang auf einen Bauwerksprüfer gewartet.

"Ich habe die Nase gestrichen voll"

Währenddessen blieb Rinteln auf seiner demolierten Bahnunterführung sitzen. 2016 platzte Bürgermeister Priemer der Kragen: „Ich habe die Nase gestrichen voll“, erklärte er gegenüber dieser Zeitung. Die Stadt werde in Eigenregie die Unterführung dekorieren – die Bahn müsse die Wände nur verputzen.

Der Pressesprecher der Bahn bestätigt es zwar nicht explizit: Aber die Bauwerksprüfung dürfte ergeben haben, dass die bisherige Unterführung nicht für die Ewigkeit gebaut ist. Denn plötzlich wurde die Zwei-Millionen-Maßnahme mehr als doppelt so teuer.

Über fünf Millionen Euro will die Bahn zusammen mit dem Land Niedersachsen jetzt investieren.

So soll umgebaut werden

Um einen behindertengerechten Zugang zu ermöglichen, soll die bisherige Unterführung zurückgebaut werden. „Es erfolgt der Neubau einer Personenunterführung nahe dem alten Standort.“

Der barrierefreie Zugang zu den Bahnsteigen soll künftig durch eine Rampe auf dem Mittelbahnsteig und mit einem Aufzug auf dem Hausbahnsteig gewährleistet werden. Allerdings ist es bis zum Jahr 2023 noch lange hin. Und wie der neuen Unterführung das graffitibeschmierte und uringetränkte Schicksal der alten Unterführung erspart bleiben soll, ist noch völlig ungeklärt.

von Jakob Gokl