Für viele Gastronomen kommt eine Verbannung der Curry-Wurst nicht infrage
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Für viele Gastronomen kommt eine Verbannung der Curry-Wurst nicht infrage

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17:30 28.08.2021
Die Currywurst von der Karte nehmen? Das kommt für Kadir Boga vom Rintelner Mosquito nicht infrage.
Die Currywurst von der Karte nehmen? Das kommt für Kadir Boga vom Rintelner Mosquito nicht infrage. Quelle: pr
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In jüngster Zeit habe er mehrfach erlebt, dass Kunden eigentlich die Karte wollten, sich dann aber doch spontan für den „Klassiker“ des Mosquito entschieden, also Currywurst mit Pommes und Mayo. „Die Currywurst ist im Moment einfach im Kopf der Leute“, glaubt Boga. Er selbst ist vegetarischen und veganen Gerichten gegenüber durchaus aufgeschlossen, hat viele vegetarische Gerichte auf der Karte und diese auch speziell gekennzeichnet. Aber eine vegetarische Currywurst? „Es gibt keinen Ersatz für eine Currywurst“, sagt Boga. „Eine Currywurst ist eine Currywurst.“ Natürlich gebe es Alternativen aus Soja, räumt er ein. „Aber die schmecken wie durchgelaufene Schuhsohlen“, findet er.
Auch Fleischermeister Veit Rauch hat einmal vegetarische Bratwurst probiert, aber wirklich nur probiert. „Ich konnte sie nicht essen“, sagt er. Und als Currywurst-Ersatz habe sie sich schon gar nicht geeignet. „Die war so krümelig, die konnte man gar nicht schneiden.“

Currywurst ist nicht wegzudenken

 Veit Rauch findet die entstandene Diskussion um den Currywurst-Ausschluss im Betriebsrestaurant im VW-Markenhochhaus ziemlich überflüssig. „Es gibt so viel wichtigere Dinge, um die man sich kümmern sollte“, sagt er. Solange man vegetarische Alternativen anbiete, sei doch alles gut. „Wir sind doch mündige Bürger und können selber entscheiden, was wir essen – und was nicht.“ Eine Fleischerei Rauch ohne Currywurst, die ist für den Inhaber nicht vorstellbar. Aber Alternativen sind schon heute im Geschäft erhältlich: Geflügelwürstchen beispielsweise, oder Grillkäse, beides „natürlich hausgemacht“.

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Auch aus Kuddels Grillstube ist die Currywurst nicht wegzudenken. „Sie ist im Partyservice ein Lieblingsgericht bei den 19- bis 23-Jährigen“, sagt Inhaber Sven Darmietzel. Bei Kuddel gibt es sie in zwei Varianten, einmal als Bratcurry und dann als frittierte Riesen-Currywurst. Auf die Currywurst verzichten, das kann man sich auch bei Kuddels nicht vorstellen. „Die Currywurst gehört einfach dazu“, sagt Darmietzel. Im Bezug auf die entstandene Diskussion rund um die Currywurst ist ihm die freie Meinungsäußerung wichtig. Jeder solle sagen dürfen, was er denke. Und natürlich auch essen. Er habe daher auch überhaupt kein Problem damit, dass es mittlerweile auch in Rinteln Gastronomie gebe, die komplett auf Fleisch verzichte. „Man sollte seinem Nächsten alles gönnen“, sagt er. „Und Konkurrenz belebt doch das Geschäft.“
Die Rintelner müssen also nicht auf ihre Currywurst verzichten – wenn sie sie denn wollen. Oder, um es mit Herbert Grönemeyer zu sagen: „Gehste inne Stadt, wat macht dich da satt? Ne Currywurst . . .“ Von Jessica Rodenbeck