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Rinteln Stadt Groß, größer, IGS Rinteln
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Groß, größer, IGS Rinteln
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18:35 19.12.2018
Es wird zwar um 9,5 Prozent größer als geplant, soll aber trotzdem so aussehen: die Konzeptzeichnung für die neue IGS.
Es wird zwar um 9,5 Prozent größer als geplant, soll aber trotzdem so aussehen: die Konzeptzeichnung für die neue IGS. Quelle: pr
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RINTELN

Die größte Einzel-Investition aller Zeiten, das größte Bauprojekt, das größte Bildungsprojekt: Es gibt kaum etwas, worin die IGS Rinteln nicht am größten ist. Und sie wurde seit ihrer ersten Vorstellung sogar noch größer: und zwar um 9,5 Prozent gegenüber der im Wettbewerb angenommenen Fläche. Sie wird also nicht 6407 Quadratmeter groß, sondern satte 7006 Quadratmetern.

Die neue IGS soll etwa 900 Schüler und 80 Lehrern ein modernes Lernumfeld bieten – und zwar komplett aus Holz. Vor allem Letzteres hatte anfangs für Diskussionen gesorgt, mittlerweile scheint der Konstruktion aber allgemeines Wohlwollen entgegenzuschlagen.

Jede weitere Verzögerung kostet

Allerdings: Schon vor dem ersten Spatenstich ist die Bausumme von 18 Millionen Euro um satte 25 Prozent auf etwa 24 Millionen Euro gestiegen. Jede weitere Verzögerung wird noch teurer: 0,8 Prozent pro Quartal, also fast 200.000 Euro Mehrkosten, meint der Projektplaner, müsse man erwarten.

Daher drückt Baudezernent Klebe nun auch auf die Tube: Rund um den Jahreswechsel werde die Stadt Rinteln von ihm die Bauantragsplanung erhalten. Auch der neue Bebauungsplan fehlt noch. Klebe ist aber zuversichtlich, dass beides bis zum geplanten Baubeginn etwa im Mai 2019 vorliegen wird.

Politisch diskutiert wurde in Rinteln zuletzt vor allem der Verkehrsfluss. Der Landkreis habe mittlerweile ein zweites, noch deutlich detailliertes Verkehrsgutachten erhalten, bei dem auch Verkehrszählungen durchgeführt wurden. Auch das werde der Stadt mit dem Bauantrag übergeben. „Aber wir verfolgen ja die gleichen Ziele wie die Stadt“, so Klebe. Heißt: eine Entlastung oder zumindest keine Mehrbelastung des anliegenden Wohngebietes. Zwar fehlen noch einige Details, aber ein Verkehrsfluss zur Schule über die Westumgehung sei fix.

Deutlich über gesetzlichen Erfordernissen

Mit insgesamt 215 Parkplätzen für Autos und zusätzlichen 53 Motorradstellplätzen werden IGS und Gymnasium übrigens deutlich über den gesetzlichen Erfordernissen liegen. Dann hätte man nämlich nur 88 bauen müssen. Allerdings gelte, sich an der modernen Spielart des „Elterntaxis“ zu orientieren. „Die Kinder kommen halt mit dem SUV“, so Klebe. „Wir sind wahrscheinlich niedersachsenweit die einzige Schule, die eine derartige Elterntaxivorfahrt bekommt.“ Und ob selbst diese Übererfüllung reichen werde – „mal sehen“, meint Klebe.

Obwohl 80 Prozent Aufträge für die neue IGS EU-weit ausgeschrieben werden müssen, ist Klebe zuversichtlich, dass auch heimische Bauunternehmen zum Zug kommen werden. „Wir versuchen, das so zu gestalten, dass die heimische Wirtschaft eine Chance hat.“

Außenfassade aus Schaumburg

Was auf jeden Fall direkt aus Schaumburg kommt: die komplette Außenfassade. „Das wird ausschließlich heimische Lärche“, so Klebe. „Wir als Landkreis sind ja selbst Forstbesitzer, die holen wir hier direkt vor der Haustür.“ Entweder vom Bückeberg oder aus dem Schaumburger Wald werden die Bäume wohl stammen.

Anders dürfte es bei den Konstruktionshölzern in der IGS aussehen. Diese werden wahrscheinlich nicht in der direkten Umgebung verarbeitet. „Und es macht keinen Sinn, das Holz aus Schaumburg nach Bayern zu fahren, es zu verarbeiten und dann alles wieder nach Rinteln zu karren“, so Klebe.

Welches Holz – abseits der heimischen Lärche – genau verwendet wird, entscheide sich wohl erst nach der Ausschreibung. „Wir können zwar gewisse Zertifikate fordern, aber ob das sinnvoll ist, prüfen wir erst.“

Übrigens: Es gibt nur einen einzigen Teil des IGS-Neubaus, für den Fördergelder zu erwarten sind, nämlich die Busspur. Daher gibt es für sie eine extra Kostenkalkulation. Alles andere zahlt der Landkreis selbst – mithilfe von Krediten. Von Jakob Gokl

Glückliches Händchen

Kommentar von Jakob Gokl

Lokalredaktion

Glückliches Händchen

Ob dem Landkreis bewusst war, worauf er sich hier einlässt? Von anfangs 18 Millionen Euro ist die Mega-Investition in die Weserstadt mittlerweile auf 24 Millionen Euro angeschwollen. Der Deal, der schon bei einer Investition von 18 Millionen Euro für Rinteln sehr gut war, wurde mittlerweile noch vergoldet. Und die Baukosten werden noch steigen, dafür brauche ich keine Kristallkugel.

Das Beispiel IGS zeigt, was Rinteln erreichen kann, wenn alle an einem Strang ziehen. jak