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Rinteln Stadt IGS wird deutlich teurer
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt IGS wird deutlich teurer
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00:18 01.06.2018
Kreisbaudezernent Fritz Klebe stellt den Stand der IGS-Planungen vor.
Kreisbaudezernent Fritz Klebe stellt den Stand der IGS-Planungen vor. Quelle: kk
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Rinteln

Die Gründe: Das Raumprogramm für die Schule musste unter anderem für den Brandschutz überarbeitet werden, großzügigere Außenanlagen kosten mehr Geld. „Damit ist der Rinteln-Bonus ausgereizt“, sagte Gunter Feuerbach im Bauausschuss der Kreistages. Der CDU-Fraktionsvorsitzende sprach offenbar vielen Abgeordneten aus der Seele, als er eine vernünftige Mehrheit in Rinteln und einen zügigen Beratungsverlauf dort forderte. Mit jedem Quartal, um das sich der Bau verzögert, steigen die Kosten um 192.000 Euro.

Wie Kreisbaudezernent Fritz Klebe mitteilte, soll das Raumprogramm der Schule um 9,5 Prozent erweitert werden. Dies sei das Ergebnis von Gesprächen mit Fachingenieuren, der Schulleitung und Brandschutzexperten. Erfordernisse der Inklusion sowie schulische und pädagogische Vorstellungen seien eingeflossen.

Die Grundfläche des Gebäudes muss vergrößert werden, da um zwei Zentimeter dickere Wände erforderlich sind. Dies kann nicht innen „aufgeschlagen“ werden, da die Breite der Flure und damit der Fluchtwege erhalten bleiben muss. Eine erhebliche Aufwertung und mehr Funktionalität für die Schule bringe die Überdachung des großen Lichthofs. Es entsteht nutzbarer Raum, sodass zumindest für kleinere Veranstaltungen nicht immer ins Forum des benachbarten Ernestinums ausgewichen werden muss.

Mehrkosten entstehen auch durch einen verbesserten Wärmeschutz des Gebäudes. Diese amortisieren sich jedoch innerhalb von 14 Jahren.

Erstmals beschäftigte sich das Gremium mit konkreten Vorentwürfen für die Freiflächengliederung. Es handelt sich noch nicht um Planungen – diese müssen erst noch in Auftrag gegeben werden. Verkehrsanbindung und Schulhoffragen hatten wie berichtet dazu geführt, dass die Änderung der Bauleitplanung in Rinteln ins Stocken geraten ist.

Letztlich entschied sich der Ausschuss für die sogenannte Vorzugsvariante, in die nach Angaben von Klebe bereits viele Wünsche aus Rinteln eingeflossen sind. Dazu gehören auch Empfehlungen von Verkehrsplaner Norbert Handke, der sich im Rintelner Bauausschuss dafür ausgesprochen hatte, Bus-, Pkw- und Fußgängerverkehr aus Sicherheitsgründen strikt zu trennen. Busbahnhof und Parkplätze sind jetzt östlich und nördlich des Schulneubaus angeordnet. So wäre eine Anbindung über die Westumgehung möglich.

Schulhof sorgt für Wirbel

Dieter Horn (SPD) ergänzte diesen Vorschlag um den Wunsch, diese Verkehrsflächen um 90 Grad zu drehen. Sie würden dann nördlich der neuen IGS liegen, allerdings die Rasenspielflächen beeinträchtigen. Vorteil: Östlich der Schule wäre Platz für weitere Freiflächen/Schulhöfe.

Gerade die Schulhofdiskussion hatte Staub aufgewirbelt und gipfelte in der Forderung nach zwei getrennten Schulhöfen für IGS und Gymnasium. Das konnte Cerstin Bayer (SPD) nicht nachvollziehen: „Wir müssen die IGS-Schüler nicht vor den elitären Gymnasiasten schützen oder umgekehrt.“ Auch Dieter Horn distanzierte sich ausdrücklich von entsprechen Forderungen. Da sei von einigen Lehrern des Gymnasiums Stimmung gemacht worden.

Weggefallen ist gegenüber den ersten Entwürfen der überdachte Verbindungsgang zwischen beiden Schulen. Fritz Klebe gab zu bedenken, dass über viele Jahre hinweg Realschule und Gymnasium gemeinsam im jetzigen Gebäude des Ernestinums untergebracht waren – und gut kooperiert hätten. Seinem Eindruck nach arbeiten IGS und Gymnasium auch jetzt gut zusammen. „In Rinteln regen sich jetzt Menschen auf, die vorher nicht mal Fragen gestellt haben“, ärgerte sich der Baudezernent.

Immerhin könnten 600 Quadratmeter Schulhof gewonnen werden, wenn der IGS-Baukörper um fünf Meter nach Norden verschoben würde. Weitere Änderungen an der Lage des Gebäudes, zum Beispiel eine Drehung, kommen für den Ausschuss nicht in Frage. Viel zu aufwendig und zu teuer, war übereinstimmende Auffassung unter anderem von Lothar Biege (FDP), Werner Bövers (CDU) und Margot Zedlitz (AfD). Zedlitz regte an, die Diskussion um zu kleine Schulhofflächen zu entschärfen, indem man in den Pausen Rasenspielflächen frei gibt. Eine Lösung, die sich auch Klebe vorstellen kann. Für den Baudezernenten ist es auch kein Tabuthema, den kleinen Sportplatz in die erweiterte Außenplanung mit einzubeziehen.