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Rinteln Stadt Kein Nichtraucherschutz in Rintelner Shisha-Bar?
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Kein Nichtraucherschutz in Rintelner Shisha-Bar?
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18:40 19.12.2018
Auch Shishas, also Wasserpfeifen, fallen unter das Nichtraucherschutzgesetz.
Auch Shishas, also Wasserpfeifen, fallen unter das Nichtraucherschutzgesetz. Quelle: dpa
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RINTELN

„Wird die Stadt Rinteln gegen die Betreiber einschreiten?“, lautet Neuhäusers Frage. Er bezog sich dabei auf einen Beschluss des Niedersächsischen Verwaltungsgerichtes vom Oktober. Darin wurde bestätigt, dass der Genuss von Tabak aus Wasserpfeifen in Gaststätten als Rauchen gilt und damit ebenso dem Nichtraucherschutzgesetz genügen müsse wie das Rauchen einer Zigarette.

Der Betreiber einer Shisha-Bar in Braunschweig hatte das anders gesehen und in seinen Räumen keinen Raucherbereich abgegrenzt. Der Gerichtsbeschluss verdeutlicht, dass er damit eine Ordnungswidrigkeit begeht. Ist das in der „Masaya Lounge“ ebenso der Fall?

Zunächst: Dass man auf die Idee kommen kann, der Shisha-Genuss sei gar kein Rauchen und müsse deshalb prinzipiell uneingeschränkt erlaubt sein, liegt gar nicht fern. Tatsächlich wird Shisha-Tabak bei ordnungsgemäßen Gebrauch nicht geraucht – also verbrannt –, sondern über einer speziellen Holzkohle bei relativ niedrigen Temperaturen verdampft. Was Shisha-Fans ausatmen, ist normalerweise zu 95 Prozent Wasserdampf und am ehesten mit dem Dampf zu vergleichen, der bei einer E-Zigarette entsteht. So hatte auch der Beklagte aus Braunschweig argumentiert. E-Zigaretten dürfen auch in Gaststätten gedampft werden, wenn die Wirte es gestatten.

Hohes Abhängigkeitspotenzial

Trotzdem nimmt man beim Dampfen einer Wasserpfeife relativ große Mengen an Nikotin auf, und es besteht ein hohes Abhängigkeitspotenzial. Deshalb dürfe, so zitiert Neuhäuser den Gerichtsbeschluss, in niedersächsischen Gaststätten keine Shisha-Pfeife benutzt werden.

Die eigentliche Urteilsbegründung des Gerichtes liegt allerdings im Bereich des Nichtraucherschutzes. Das heißt: Die Luft werde durch den Gebrauch einer Shisha mindestens ebenso belastet wie durch das Rauchen einer Zigarette. Tatsächlich kann so eine Luftbelastung auch durch Shishas hervorgerufen werden, und zwar dann, wenn man sie unsachgemäß benutzt. Zieht man zu stark oder viel zu schnell an der Pfeife, verglüht die Holzkohle auf eine Weise, dass Teerpartikel und schädliches Kohlenmonoxid entstehen – und das sogar dann, wenn man nicht Tabak, sondern nikotinfreie Dampfsteine einsetzt.

Unabhängig von dieser Problematik ist die Shisha-Nutzung in Niedersachsen schon seit Einführung des Nichtraucherschutzgesetzes im Jahr 2007 explizit genauso geregelt wie in Bezug auf das Zigarettenrauchen. Ohne angegrenzten Raucherbereich darf Tabak nur in solchen Gaststätten geraucht oder gedampft werden, die kleiner sind als 75 Quadratmeter.

Auf der Kontrollliste des Ordnungsamtes

Die „Masaya Lounge“ besitzt einen Raucherbereich. Sie steht auch schon seit ihrer Eröffnung auf der Kontrollliste des Ordnungsamtes. Aus der Antwort der Stadtverwaltung auf Neuhäusers Anfrage geht hervor, dass die Shisha-Bar noch nie anders behandelt worden sei als alle anderen Raucher-Gaststätten in Rinteln auch, gemäß den Vorgaben des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

„In der Vergangenheit wurden Verstöße geahndet und Bußgelder verhängt“, so die Stadtverwaltung. „Wir kontrollieren alle Raucher-Gaststätten Rintelns zweimal im Jahr oder dann, wenn es konkrete Beschwerden gibt“, so Ordnungsamtsleiter Ulrich Kipp auf Nachfrage dieser Zeitung. „Auch die Shisha-Bar.“ Von Cornelia Kurth