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Rinteln Stadt Kein geeigneter Bewerber
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Kein geeigneter Bewerber
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09:04 29.05.2018
Im Baudezernat bleibt die Stelle vakant.
Im Baudezernat bleibt die Stelle vakant. Quelle: tol
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Rinteln

Die Stadt Rinteln habe in den regionalen Tageszeitungen und deutschlandweit in der Fachpresse sowie auf entsprechenden Internetportalen Stellenanzeigen veröffentlicht.

In der Verwaltung wird deshalb geprüft, ob man die zweite Ausschreibung so modifizieren könnte, dass ein größerer Bewerberkreis als bisher angesprochen wird. Es geht um die Frage, welche Qualifikation ein Bewerber braucht, um ein Bauamt zu führen, das gleichzeitig Bauaufsichtsbehörde ist. Bürgermeister Thomas Priemer hat deshalb schon Gespräche mit dem zuständigen Ministerium geführt, weil nicht eindeutig definiert ist, ob ein Bewerber für diese Position außer einem Hochschulabschluss und praktischer Erfahrung in Planungsämtern auch weitere Referendariatstätigkeiten als Assessor bei Landesbehörden zwingend nachweisen muss. Für die Stadt geht es dabei vor allem darum, dass sie ihrem Status als Bauaufsichtsbehörde auch in Zukunft gerecht wird. Sollten die Einstellungsbedingungen modifiziert werden können, wäre – theoretisch – auch nicht ausgeschlossen, dass sich jemand aus dem Rathaus für dieses Amt bewerben könnte.

Schwerpunkt Hochbau und Städteplanung

Grundsätzlich gilt: Der neue Baudezernent sollte vor allem im Hochbau und in der Städteplanung fit sein, „damit wir in der Stadtentwicklung weiterkommen“, wie Priemer formuliert: „Tiefbau ist nicht der Schwerpunkt.“ Bilderbuchbewerbungen in diesem Metier lesen sich so: Studium an einer Fachhochschule, Fachbereich Bauingenieurwesen und Fachbereich Architektur, Referendariat in einem Architektenbüro, dann Referendariat bei der Oberfinanzdirektion und Tätigkeit in einem Stadtplanungsamt. Doch Kandidaten mit einer solchen Vita können sich ihren Arbeitsplatz aussuchen, also auch in die freie Wirtschaft gehen. Und die Konkurrenz unter den Städten ist groß, weil sich die Einstufung in die Besoldungsgruppe nach der Größe der Stadt richtet. Und der Markt ist leer gefegt. Der Bewerber sollte also die Vorteile der Provinz zu schätzen wissen, etwa dass dort Bauen billiger ist, oder aus familiären Gründen ins Weserbergland wollen.

Dass im Bauamt ein Dezernent gebraucht wird, steht auch in der Politik außer Frage. Dabei ist Rinteln mit Christian Hermann und Stefan Eggert-Edeler – zwei Ingenieuren mit Hochschulabschluss – gut aufgestellt. Am Ende entscheiden nach einem Auswahlverfahren Rat und Bürgermeister gemeinsam. Der Verwaltungschef hat dabei ein Vetorecht. Was Sinn macht, er muss schließlich mit dem neuen Kollegen oder der neuen Kollegin zusammenarbeiten.

Das Baudezernat führt zurzeit kommissarisch Andreas Wendt. Für Wendt keine neue Situation: Er hatte bereits bei der Abwesenheit von Kuhls während ihrer Mutterschutz- und Elternzeit das Baudezernat geführt. Das Thema einer Vertretung von Bürgermeister Priemer ist dagegen seit Anfang des Jahres vom Tisch. Dazu ist Stadtjurist Joachim Steinbeck ernannt worden. wm