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Rinteln Stadt Kommt der Wasserstoff-Zug für die Strecke Rinteln-Stadthagen?
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Kommt der Wasserstoff-Zug für die Strecke Rinteln-Stadthagen?
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07:50 13.02.2020
Symbolbild Quelle: dpa
Rinteln

Angesichts der laufenden Umweltschutz-Debatte stellen sich immer mehr politische Gremien hinter die Forderung. Nun will auch Heinrich Sasse sein politisches Gewicht im Stadtrat und Kreistag in den Ring werfen. Im Namen der WGS-Stadtratsfraktion stellt er den Antrag, dass die Stadt einen „Sachstandsbericht zu den Aussichten einer Reaktivierung der Bahnstrecke Rinteln-Stadthagen mit wasserstoffbetriebenen Personentriebwagen“ erstellen soll. Das Thema hatte zuerst der Ortsrat Steinbergen auf den Plan gebracht.

Dabei ist sich die WGS nach eigener Aussage darüber im Klaren, „dass eine Bedarfsfeststellung im Rahmen des ÖPNV für eine Reaktivierung dieser Bahnlinie möglicherweise wenig Substanz bietet“. Denn die Strecke wurde vor einigen Jahren als nicht förderwürdig anerkannt.

Da die ganze Welt davon redet, dass wir alle zum Klimaschutz beitragen müssen, bin ich der Auffassung, dass dieses Projekt jetzt zumindest noch einmal geprüft werden sollte.

Heinrich Sasse , WGS-Fraktion

Damals sei allerdings noch nicht so intensiv über Umweltschutz diskutiert worden, betont Sasse. „Da die ganze Welt davon redet, dass wir alle zum Klimaschutz beitragen müssen, bin ich der Auffassung, dass dieses Projekt jetzt zumindest noch einmal geprüft werden sollte.“ Mit Blick auf mögliche Förderzuschüsse müsse man sich fragen: „Wann, wenn nicht jetzt?“

Seit 2018 fährt im Weser-Elbe-Netz bereits der erste Wasserstoff-Zug im regulären Linienverkehr. Zwischen Cuxhaven, Bremerhaven, Bremervörde und Buxtehude verkehrt der „Coradia iLint“.

Brennstoffzelle im Herzen

Herz des Wasserstoffantriebes des Zuges ist eine Brennstoffzelle. Sie wandelt Umgebungsluft und Wasserstoff in Wasser um. Bei dieser exothermen Reaktion entsteht Strom, der Lithium-Ionen-Akkus im Fahrzeugboden auflädt.

Dank eines sogenannten Rekuperationssystems lässt sich auch aus der Bremsenergie Strom für die Akkus gewinnen. Die CO2-Emissionen liegen bei null, sofern der Wasserstoff mithilfe erneuerbarer Energien hergestellt wurde.

Aus dem Auspuff strömt lediglich Wasserdampf. „Die emissionsfreie Antriebstechnologie des ‚Coradia iLint’ bietet eine klimafreundliche Alternative zu konventionellen Dieselzügen, gerade auf nichtelektrifizierten Strecken“, unterstrich Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Althusmann bei der Einweihung.

Von Jakob Gokl