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Rinteln Stadt Mit Baseballschläger losgeprügelt
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Mit Baseballschläger losgeprügelt
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22:13 15.10.2019
Ein 24-jähriger Rintelner steht wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht. Quelle: dpa
Rinteln

Dem Arbeiter wird vorgeworfen, in stark alkoholisiertem Zustand seinen ebenfalls betrunkenen Kumpel (2,2 Promille) während eines Streits mit einem Baseballschläger attackiert zu haben. Dabei wurde der 29-Jährige am Arm getroffen und erlitt eigenen Angaben zufolge einen Ellenbogenbruch. Zunächst bekam er einen Gips, wenig später musste er operiert werden.

Am 28. Dezember vorigen Jahres trafen sich der 29-Jährige und ein weiterer Kumpel (23) zunächst in der Wohnung des Angeklagten. Dieser war damals wegen psychischer Probleme in teilstationärer Behandlung in einer Klinik. Er nahm Medikamente, hatte an jenem Tag Ausgang. Zu dritt fuhren die jungen Leute abends zum Weihnachtsmarkt und tranken dort etwa fünf Glühwein mit Schuss. Danach machte sich das Trio zu Fuß wieder auf den Weg zur Wohnung des Angeklagten.

Raketen gezündet

Draußen wurden Raketen gezündet, Anwohner beschwerten sich und riefen vermutlich die Polizei. In der Unterkunft kam es dann nach dem Konsum von zusätzlich circa fünf Bieren zu Reibereien zwischen dem Angeklagten und dem 29-Jährigen. Offenbar nicht die erste Auseinandersetzung zwischen den beiden.

Unklar blieb der Grund für den Streit sowie das eigentliche Tatgeschehen. Über seinen Verteidiger Ralf Jordan ließ der Angeklagte sinngemäß erklären, Auslöser des Streits sei gewesen, dass der 29-Jährige nachts sein in der Innenstadt stehen gelassenes Auto holen wollte. Bei der Rangelei habe das spätere Opfer zweimal den Kopf des jetzt Angeklagten gegen die Wand geschlagen. Das Opfer wurde auch aufgefordert, die Wohnung zu verlassen. Um sein Hausrecht durchzusetzen, habe er schließlich den Baseballschläger geholt.

Schuldfähigkeit soll überprüft werden

Ganz anders schilderte der 29-Jährige den Vorfall. Danach hatte er den Kontrahenten zwar gegen die Wand gedrückt, aber nicht geschlagen. Dann ging der Angeklagte ins Schafzimmer, kam mit einem Baseballschläger zurück und langte zu. Die auf Kopf- und Schulterhöhe ausgeführten Schläge konnte der Angegriffene mit seinen Unterarmen abwehren, die er schützend über seinen Kopf hielt.

Nach Angaben des Verletzten soll der Angeklagte auf einer früheren Party mal erwähnt haben, er warte nur auf den Tag, an dem er seinen Baseballschläger einsetzen könne. „Die haben sich mehr oder weniger die ‚Köppe‘ eingeschlagen“, sagte der dritte Anwesende über den Vorfall. Während die Auseinandersetzung im Flur begann, hielt er sich noch im Wohnzimmer auf. Er ging dann dazwischen und bestätigte vor Gericht ein Drücken gegen die Wand und den Einsatz des Baseballschlägers.

Aufgrund der Alkoholisierung und Medikation des Angeklagten soll nun ein medizinisches Sachverständigengutachten zur Schuldfähigkeit eingeholt werden. Richter Ulf Kranitz setzte deshalb die Hauptverhandlung aus, neuer Termin zu einem späteren Zeitpunkt. maf