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Rinteln Stadt Neue Gesetze erschweren die Arbeit
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07:27 29.05.2018
Der Vorstand des Betreuungsvereins Schaumburg: Günter Hartung (von links, Kassenwart), Gerald Sümenicht (Geschäftsführer), Thomas Hoffmann (Vorsitzender) sowie Bernd Hermeling (stellvertretender Vorsitzender).
Der Vorstand des Betreuungsvereins Schaumburg: Günter Hartung (von links, Kassenwart), Gerald Sümenicht (Geschäftsführer), Thomas Hoffmann (Vorsitzender) sowie Bernd Hermeling (stellvertretender Vorsitzender). Quelle: who
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Rinteln/Landkreis

Der Gesetzgeber hat für solche Fälle das Instrument der Betreuung geschaffen. Damit verbunden ist, dass amtlich beauftragte Betreuer oder Körperschaften wie der Betreuungsverein Schaumburg Betroffenen helfen können.

Der Betreuungsverein Schaumburg ist seit 1993 im Rahmen der rechtlichen Betreuung im Landkreis Schaumburg aktiv und begeht in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Das Jubiläum soll am 15. November in der Landfrauenschule in Bückeburg gewürdigt werden, wie Geschäftsführer Gerald Sümenicht bei der Jahresversammlung ankündigte.

Obwohl der Verein mit seinen hauptamtlichen Kräften sowie zahlreichen Ehrenamtlichen seit 25 Jahren nach eigener Einschätzung gute Arbeit leistet, musste sich die Versammlung mit einem Thema beschäftigen, das Sorgenfalten brachte. Nicht zum ersten Mal ging es darum, dass seit 2005 die staatlichen Vergütungen für die Betreuung stagnieren, während die Kosten stetig gestiegen sind.

Hoffnung auf mehr Vergütung

„Der Verein wird nicht auskömmlich finanziert“, mahnte Kassenwart Günter Hartung. Aufgrund von Reserven seien die Finanzen aber gesichert. Die Politik habe sich „endlich“ des Themas angenommen. Jetzt bestehe Hoffnung, dass Bewegung in die Sache kommt – in Richtung einer nachhaltigen Angleichung der Vergütung, für die im Gegensatz zu Gehältern und anderem Aufwand feste Sätze bestünden.

Inzwischen seien zwar Gespräche mit den heimischen Bundestagsabgeordneten geführt worden, und der Bundestag habe Erhöhungen genehmigt. Diese seien aber vom Bundesrat „wieder abgesetzt“ worden, berichtete Sümenicht: „Wir brauchen die Bewegung der Politik.“ Und zwar bald, mahnte Kassenwart Günter Hartung zur Eile. Die ersten Betreuungsvereine hätten „schon dichtgemacht“.

Der Einsatz hat in 25 Jahren Früchte getragen, die sich in Zahlen ausdrücken, unterstreicht eine Presseinformation des Betreuungsvereins. In der Zeit von 1994 bis 2017 wurden für rund 1000 Menschen ehrenamtliche Betreuungspersonen neu vorgeschlagen. Damit verbunden ist, dass in etwa 200 Fällen berufsmäßige Betreuungen durch Ehrenamtliche ersetzt werden konnten. Darüber hinaus sind während der vergangenen 25 Jahre insgesamt 1000 Betreuungen durch hauptamtliche Vereinsmitarbeiter ausgeführt worden. Aktuell sind es 350.

2700 betreute Menschen

Nachdem es zur Zeit der Gründung des Betreuungsvereins Schaumburg im Landkreis mit damals 155.000 Einwohnern noch 1200 Betreuungen für Menschen mit gesundheitlichen und sozialen Beeinträchtigungen gegeben hat, sind es aktuell etwa 2700 Personen, die Hilfe benötigen. Darum setze der Betreuungsverein weiterhin einen Schwerpunkt seiner Arbeit bei der „Gewinnung, Fortbildung und Unterstützung von ehrenamtlichen Betreuern und Betreuerinnen“.

Die Quote der betreuten Menschen im Landkreis habe sich 2017 mit 1,7 Prozent kaum verändert, berichtete Jens Wittich, der beim Gesundheitsamt des Landkreises zuständig für den Bereich Betreuung ist. Der Anteil der ehrenamtlichen Betreuungen habe leicht abgenommen infolge von Betreuungsvollmachten und „normalen familiären Verhältnissen“. Die Tätigkeit für Ehrenamtliche werde gesetzlich bedingt immer schwieriger.

Der Betreuungsverein Schaumburg geht eigener Darstellung zufolge die Herausforderungen durch neue Gesetze und veränderte gesellschaftliche Entwicklungen „positiv an“ und widme darum diesem Thema den Festvortrag zum Jubiläum im November, kündigte Gerald Sümenicht an. Mit Professor Volker Lipp von der Georg-August-Universität Göttingen sei ein ausgewiesener Experte des Betreuungsrechts als Referent gewonnen worden. Lipp werde über die aktuelle Situation der ehrenamtlichen Vereine berichten. who