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Rinteln Stadt Neues Leben in den Fluren
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Neues Leben in den Fluren
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22:54 06.09.2019
Rinteln

Sie wirken schmal, niedrig und beinahe düster in Grün und Braun, die Farben, die in den Siebzigerjahren nun mal angesagt waren.

Wie eine neue Welt hingegen eröffnet sich der frisch umgebaute Gebäudeflügel, den die Burghof-Klinik in dieser Woche in Betrieb genommen hat. Die Fenster sind groß und lassen viel Licht in Zimmer und Flure, die Böden und Möbel sind hell und an den Wänden hängen ganz besondere Fotos. Sie zeigen Naturaufnahmen aus der Region, aufgenommen vom Rintelner Fotografen Kurt Gilde, deren Schärfe und Lichtintensität von LED-Hintergrundbeleuchtung noch betont wird.

So sieht sie aus, die neue Station 4 der Burghof-Klinik an der Virchowstraße 5. Die Klinik nutzt im ehemaligen Krankenhaus bereits mehrere Bereiche. Mehrere leitende Mitarbeiter aus Geschäftsführung und Ärztlicher Leitung haben dorthin ihre Büros verlegt, die psychiatrische Institutsambulanz ist im Westflügel untergebracht, und die ehemalige Krankenhausküche wird von der Burghof-Klinik bewirtschaftet.

Nun hat dort die neue, allgemeinpsychiatrische Station mit 18 Betten ihre Türen geöffnet. Seit Montag ziehen nach und nach Patienten ein. Die Station erstreckt sich über das Erdgeschoss und den ersten Stock des Südflügels.

Platz für 79 Patienten

Wie viel der Umbau insgesamt gekostet hat, will Geschäftsführer Georg Schmidt nicht verraten, nur so viel: Das Land Niedersachsen hat den Umbau mit rund drei Millionen Euro gefördert. Doch es dürfte klar sein, dass die Burghof-Klinik für ihre neueste Erweiterung viel Geld investiert hat – allein für das moderne Design und den aktuellen Brandschutz.

Für die Klinik ist die Erweiterung mehr als sinnvoll: Auch die Therapiestandorte, die in der Nähe liegen, können Teile der neuen Station mitnutzen. „Bis zu 79 Patienten an diesem Standort profitieren insgesamt von den neuen Räumlichkeiten“, erklärt Professor Dr. Detlef Dietrich, Ärztlicher Direktor sowie Leitender Arzt der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie.

„Station 4 besitzt einen psychotherapeutischen Schwerpunkt“, erläutert Oberarzt und Stationsleiter Stephan Winkler. Grundsätzlich können dort alle entsprechenden Krankheiten behandelt werden, von affektiven Störungen über Angststörungen bis hin zu Altersdepression und Folgen von Traumata. Behandelt werden Patienten ab 18 Jahren.

Fachärzte stehen bereit

„Gerade ältere Patienten weisen oft zusätzlich internistische oder neurologische Erkrankungen auf“, erklärt Winkler, zum Beispiel Diabetes. Dies ist für die Burghof-Klinik kein Problem, denn dort stehen zahlreiche Fachärzte für eine individuelle Behandlung bereit.

„Die Patienten bleiben meist für drei Wochen oder länger“, so Winkler. Für sie stehen geräumige, helle Zimmer bereit, neben Zweibettzimmern gibt es auch vier Einzelzimmer. Raumtrenner sorgen auch bei zwei Betten in einem Raum für Privatsphäre. Große Fenster geben den Blick frei aufs Außengelände.

Den Patienten stehen außerdem Aufenthaltsräume, Küchen, Speisesaal, Ergotherapie, Physiotherapie, Gruppentherapieräume, ein Bewegungssaal und weitere Angebote zur Verfügung. Durch einen Fahrstuhl ist die Station barrierefrei, was für körperlich beeinträchtige sowie ältere Patienten gleichermaßen wichtig ist.

Außer dem Bereichsleiter Winkler sowie einer Stationsärztin kümmern sich unter anderem die Pflegedienstleiterin Tanja Schenk, die Stationsleitung aus Miram Wendt und Helga Stiewe-Bauer, zwei Psychologen sowie mehrere Fachtherapeuten um das Wohlergehen der Patienten. Insgesamt verfügt die Burghof-Klinik über rund 65 Mediziner und Psychologen.  mld