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Rinteln Stadt Onigiri - eine Botschaft aus Japan
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Onigiri - eine Botschaft aus Japan
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20:37 22.08.2018
Was Somiko Okada da zeigt, sind die leckeren Onigiri-Reisbällchenchen.
Was Somiko Okada da zeigt, sind die leckeren Onigiri-Reisbällchenchen. Quelle: cok
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Rinteln

Es ist ein wirklich sehr kleines Restaurant, und man kann sich fragen, was sie wohl machen wird, wenn sich in der Stadt noch viel mehr herumspricht, wie köstlich die japanischen Gerichte schmecken, die sie zubereitet. Immerhin hat sie jetzt eine Methode gefunden, wie man die Onigiri, die typischen Reisbällchen, auf Vorrat herstellen kann, sodass sie trotzdem schmecken wie frisch am Tresen gemacht.

Diese Reisbällchen sind Kunstwerke, aus Klebereis geformt, gefüllt mit speziell gewürztem Gemüse und umwickelt mit einem Seetangstreifen. „Die Onigiri sind in Japan ein Volksessen, jeder isst Onigiri. Damit vertrete ich meine Nation in Deutschland, sie sind wie eine Botschaft aus meinem Land.“ Was sie sich wünscht: Dass irgendwann auch die Kinder Rintelns bei ihr reinkommen, um sich schnell ein Onigiri zu kaufen, so, wie sie selbst es als Kind immer tat – im kleinen Bistro, das an ihrem Schulweg lag. Deshalb sollen die Reisbällchen immer so preisgünstig bleiben, dass Kinder sie von ihrem Taschengeld bezahlen können.

Von der Großmutter gelernt

Sumiko Okada ist keine ausgebildete Köchin – oder jedenfalls nur insofern, als sie die Anfänge ihre Kochkunst von ihrer Großmutter gelernt hat, damals, als sie noch in der japanischen Großstadt Miyazaki lebte, nach der ihr Restaurant benannt ist. Ursprünglich hatte sie Chinesisch studiert und sich dann auf eine lange Reise begeben, über China ging es nach Pakistan, Nepal und Indien. Auf dieser Reise lernte sie einen Deutschen namens Michael kennen. Und so gelangte sie 1988 nach Deutschland und über Umwege nach Bückeburg, wo sie lange als Pflegedienstleiterin in einer Senioreneinrichtung arbeitete.
Die Eröffnung des „Miyazaki“ vor ein paar Monaten war für sie eine Art Befreiungsschlag. Sie und ihr Mann Wilhelm Neubauer wollten unbedingt etwas zusammen machen, aber nichts, was irgendwie mit Pflege zu tun hat. „Wir sind noch nicht zu alt für eine Veränderung, aber wir konnten nun auch nicht länger warten“, sagt sie. Ihr Mann ist eigentlich Fahrzeugbaumeister. Er hat die Küche und den Tresen mit den roten Stühlen davor gebaut – und geht ihr nun im „Miyazaki“ zur Hand.

Die persönliche Note

Die Speisekarte ist überschaubar, aber da alle Gerichte frisch zubereitet werden, hat das Paar einen ziemlich harten Arbeitstag. „Das kommt mir aber gar nicht so vor“, sagt Okada. „Als Pflegedienstleiterin hatte ich einen 24-Stunden-Bereitschaftsdienst. Das war hart.“ Wer bei ihr etwas bestellt, kann das Gefühl haben, ganz persönlich umsorgt zu werden. Man sieht ihr dabei zu, wie sie mit routinierten Handgriffen das vorbereitete Gemüse, die drei Sorten Tofu, das marinierte Hühnchen und andere Zutaten so liebevoll zusammenstellt, dass allein der Anblick der Mahlzeiten eine Freude ist. cok