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Rinteln Stadt Ordnungswidrigkeit: 60 Fälle von Schulverweigerung in Rinteln
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Ordnungswidrigkeit: 60 Fälle von Schulverweigerung in Rinteln
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09:57 13.11.2019
Rund 60 Fälle von Schulverweigerungen zählt die Stadt Rinteln derzeit. Quelle: Friso Gentsch, Symbolfoto
Rinteln

Dauerhaft die Schule zu schwänzen, ist eine Ordnungswidrigkeit, die mit Bußgeld belegt werden kann. Rund 60 solcher Fälle gab es bisher in diesem Jahr in Rinteln, bis zu 10.000 Euro Bußgeld werden pro Jahr an die Stadt gezahlt.

„Sehr oft kommt es dabei zur Vollstreckung, weil die Betroffenen die Rechnung nicht von sich aus begleichen“, sagt Hans-Georg Dlugosch, Leiter des Amtes für Bildung und Kultur. Da es sich in den meisten Fällen um Schüler der Berufsbildenden Schulen handele, speziell der Berufsvorbereitungsklassen, hätten die entsprechenden Jugendlichen selbst die Verantwortung für ihre Schulverweigerung zu übernehmen. Das gelte für Schüler ab dem Alter von 15 Jahren.

Sozialstunden statt Bußgeld

„Haben diese kein Geld und springen die Eltern nicht für sie ein, wird das Bußgeld umgewandelt in die Auflage, Sozialstunden abzuleisten.“ Nicht selten träten Schüler solche Sozialstunden nicht an, was für sie bedeute, dass sie in den Jugendarrest kämen – „meist in Form eines Wochenendarrestes“, so Dglugosch.

Vereinzelt gehörten auch Grundschüler zu den Schulschwänzern, sagt er. Es sei sogar vorgekommen, dass ein Kind gar nicht eingeschult worden sei. „Das ist nicht hinnehmbar.“ Wenn es so weit komme, dass Bußgelder erhoben werden müssten, seien andere Maßnahmen meist bereits ins Leere gelaufen. „Wir als Stadt sind quasi die Letzten in der Schlange“, so Dlugosch. Stellten die Schulen fest, dass ein Kind längere Zeit unentschuldigt fehle, suchten sie zunächst das Gespräch mit den Eltern, und nicht umsonst gebe es überall Schul-Sozialarbeiter, die den Familien helfen würden, die Krise zu überwinden.

Hilfe für Eltern

Eltern, die nicht verhindern könnten, dass ihre Kinder der Schule fernblieben, sollten sich Hilfe holen, entweder bei der Familienberatung im Mehrgenerationenhaus oder beim Jugendamt. So bestehe die Chance, tiefergehende Probleme anzugehen. Eltern nicht-strafmündiger Kinder würden nicht zu einem Bußgeld herangezogen, wenn sie mit Schule, Sozialarbeitern oder Jugendamt zusammenarbeiten würden.

Die Bußgelder flössen in den allgemeinen städtischen Haushalt ein. Gewinn mache man dabei gewiss nicht, erklärt Dlugosch: Eine Verwaltungskraft mit halber Stelle bearbeite die Schulverweigerungsfälle und habe damit genug zu tun. von Cornelia Kurth

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