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Rinteln Stadt Drogengeschäfte im Rintelner Park? - Polizei hat ein Auge drauf
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Drogengeschäfte im Rintelner Park? - Polizei hat ein Auge drauf
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07:33 12.07.2019
Anwohner berichten von Drogendeals im Schlingpark. Der Polizei ist aktuell nichts bekannt.  Quelle: jaj
Rinteln

Die Weserstadt ist nicht Hannover. Zwar gibt es auch hier eine „Szene“ der Drogenkonsumenten und Dealer, der Trinker und Autoposer. Doch diese „Szenen“ seien überschaubar und die Polizei habe sie im Blick, schildern Einsatz- und Streifendienstleiterin Tamara Ehrmantraut-Riechers und Wilhelm Meyer, Leiter des Kriminalermittlungsdienstes (KED), in einem Pressegespräch.

Anlass dazu waren Hinweise von Anwohnern an die Redaktion, die über mutmaßliche Drogengeschäfte in der Schlingwiese, „Autorennen“ am Weseranger und „Feten“ in Parkhäusern berichtet hatten. Aktuell eher im Fokus: Fahrraddiebstähle. Hier eine Übersicht:

• Schlingpark: Eine Szene im klassischen Sinn gebe es hier nicht mehr, betonen die Streifendienstleiterin und der Kripochef. Was nicht ausschließe, dass dort schon mal Drogengeschäfte getätigt würden. Wenn Anwohner so etwas beobachteten, sei es sinnvoll, sofort die Polizei zu verständigen. Nur dann könne man einem solchen Verdacht nachgehen, beispielsweise einen Zivilwagen schicken. 2012 war der Schlingpark noch ein Drogentreff. Der Bauhof räumte dann Büsche und Spielplatz, der Park wurde lichter und ist jetzt besser einzusehen.

• Blumenwall: Ebenfalls vor Jahren Treffpunkt der Alkoholkranken-Szene, die die Bänke belagerte. Auch das ist vorbei. „Wir kontrollieren regelmäßig“, betont Ehrmantraut-Riechers. Das gelte auch für den Kollegienplatz, wo am Abend oft Jugendgruppen anzutreffen sind.

• Weserangerparkplatz: Sogenannte „Poser“ mit getunten Fahrzeugen haben in Stadthagen und Hameln für Schlagzeilen gesorgt. Anwohner am Weseranger beobachten auch hier optisch aufgemotzte Fahrzeuge mit dicken Soundanlagen. Die würden schon mal eine reifenquietschende Runde um die Pfeiler der Weserbrücke drehen. Auch das, versichern Streifendienstleiterin wie Kripochef, sei bekannt. Doch der Weseranger sei ein öffentlicher Parkplatz und „wenn die jungen Leute da nur ihre Fahrzeuge zur Schau stellen, keinen Alkohol trinken, keine Drogen nehmen, tun sie ja nichts Strafbares“.

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Von illegalen Straßenrennen nichts bekannt

Es gebe Kontrollen, man stelle Personalien fest. Und selbstverständlich gehe man Anrufen von Anwohnern nach, wenn die eine nächtliche Ruhestörung melden.

Meyer betont, von illegalen Straßenrennen wie in Hannover und Hameln sei der Polizei in Rinteln nichts bekannt. Wohl deshalb nicht, weil es hier anders als in Hameln keine geeignete Strecke dafür gebe. Aufgefallen seien schon mal Kradfahrer, die auf dem Hinterrad über die Weserbrücke gedonnert sind. Die habe man aber schnell ermittelt. Um Kradfahrer kümmere sich speziell eine Sonderkontrollgruppe – alles Polizeibeamte, die auch privat Motorrad fahren.

 Parkhaus am Pferdemarkt: Dass Skaten und „Stuntnummern“ mit dem Mountainbike im Parkhaus verboten sind, versteht sich von selbst. Wer das tut, begeht nach dem Gesetz Hausfriedensbruch. Deshalb schaut hier regelmäßig der Sicherheitsdienst (SDS) vorbei. Doch wenn dort keine Fahrzeuge mehr parkten, die beschädigt werden könnten und die Jugendlichen keinen Müll hinterließen, komme es auch zu keiner Anzeige, schildert Jürgen Peterson, Geschäftsführer der für Parkhäuser zuständigen Gemeinnützigen Verwaltungs- und Siedlungsgesellschaft (GVS). Wenn dort allerdings regelrechte „Feten“ gefeiert werden, verständige man die Polizei.

Streifendienstleiterin Ehrmantraut-Riechers bestätigt: Solange niemand gefährdet oder Fahrzeuge beschädigt würden, gebe es für die Polizei auch keinen unmittelbaren Anlass, einzugreifen.

 Weserangerbad: Dass späte Badegäste über den Zaun steigen, komme immer mal wieder vor, erklärt Peterson. Doch anders als in den Vorjahren habe es zum Glück noch keinen Fall von Vandalismus gegeben. Bei der Polizei ist das Weserbad eher durch Fahrraddiebstähle im Fokus. Das gelte während der Radtouristensaison auch für die Innenstadt.

• Fahrraddiebstähle: Beide Polizeibeamte sagen, viele Radfahrer machten es Dieben zu leicht. Es sei beispielsweise keine gute Idee, Fahrräder ungesichert neben einem Eiscafé abzustellen, nur weil man die Räder im Blick habe.
Meyer erläutert: „Wer ein Fahrrad stehlen will, hat auch einen Plan. Sie kommen gar nicht so schnell von ihrem Eisbecher weg, aus dem Stuhl hoch, wie der Dieb mit dem Rad verschwunden ist.“

Die Polizei wundere sich oft, warum 3000 Euro teure E-Bikes mit einem Billigschloss gesichert seien. Hier lohne es sich, Geld auszugeben. Auch wenn Fahrraddiebe tagsüber nicht mit einem Bolzenschneider herumliefen, mit dem man teure Schlösser knacken kann. „Das würde auffallen.“

Tipp der Beamten: Jeder hat ein Handy. Also Rad und Rahmennummer bei teuren Fahrrädern fotografieren. Im Falle eines Diebstahls kann man das Rad dann, wenn es wieder auftaucht, problemlos dem rechtmäßigen Eigentümer zuordnen.

Von Hans Weimann

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