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Rinteln Stadt Prozess: Verfolgungsfahrt endet mit Unfall bei Eisbergen
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Prozess: Verfolgungsfahrt endet mit Unfall bei Eisbergen
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22:16 05.09.2019
Symbolbild Quelle: dpa
Rinteln/Eisbergen

Das ging völlig schief: Der 21-Jährige kam mit überhöhter Geschwindigkeit vor einem Bahnübergang in Eisbergen ins Schleudern und mähte ein Andreaskreuz um. Dabei erlitt sein Beifahrer (23) ein leichtes Schleudertrauma, und der Mazda hatte nur noch Schrottwert. Der Schaden am zerstörten Andreaskreuz wurde mit 5000 Euro beziffert, der an einem touchierten Baum mit 500 Euro.

Unter Anwendung von Jugendrecht verurteilte Richter Ulf Kranitz den von Rechtsanwalt Volkmar Wissgott verteidigten Rintelner nun zu 50 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Zugleich entzog er ihm die Fahrerlaubnis und ordnete eine Führerschein-Sperrfrist von noch sieben Monaten an. Damit folgte Kranitz im Wesentlichen dem Antrag des Ersten Staatsanwalts André Lüth, der allerdings eine Sperre von noch einem Jahr gefordert hatte.

Ungeklärter Streit

Ausgangspunkt des nächtlichen Geschehens war eine vorherige Begegnung auf dem Parkplatz am Weseranger. Dort traf der Angeklagte einen Freund (23), man rauchte im Auto. Auf dem Parkplatz hielt sich auch ein Ostwestfale (20) mit seinem Wagen auf. Die drei Beteiligten kannten sich offenbar nicht. Als der Ostwestfale losfuhr, kam es zum Streit. Was genau passiert war, schilderten die beiden Parteien kontrovers.

Von diesem Zeitpunkt an schaukelte sich das Geschehen hoch. Der Freund des Angeklagten folgte mit seinem Auto dem davonfahrenden Ostwestfalen und wollte ihn auf der Weserbrücke zur Rede stellen. Vermutlich schnitt er dem 20-Jährigen den Weg ab. Dieser machte sich aber aus dem Staub und war für kurze Zeit in Minden.

Erneute Begegnung

Etwa 30 Minuten später kam es zu einer erneuten Begegnung der drei jungen Männer. Der 20-Jährige war aus Minden zurückgekehrt und sah in der Nähe von McDonald’s zufällig die beiden anderen. Wieder wurde die Verfolgung aufgenommen, diesmal aber mit dem Mazda des Angeklagten. An der Ampel am Kino kam es zu neuerlichen Streitigkeiten, ehe die eigentliche Verfolgungsjagd begann.

Der Ostwestfale fuhr in Richtung Eisbergen davon, der Mazda mit dem Angeklagten und seinem Freund hinterher. Auf noch gerader Strecke vor einem Bahnübergang überholte der Mazda auf trockener Straße mit etwa 80 Stundenkilometern (erlaubt ist Tempo 50) das Auto mit dem Ostwestfalen. Dieser beschleunigte vermutlich bei dem Vorgang sein Fahrzeug.

Ins Andreaskreuz geprallt

Beim Wiedereinscheren im Bereich einer S-förmigen Kurve geriet der Mazda ins Schleudern und prallte gegen das Andreaskreuz mit aufgesetzter Lichtzeichenanlage. Beim Crash haben sämtliche Airbags ausgelöst, wie durch ein Wunder kam es zu keinen schlimmen Verletzungen.  maf