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Rinteln Stadt Rinteln: 200 Bürger demonstrieren für Brückentor-Sanierung
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Rinteln: 200 Bürger demonstrieren für Brückentor-Sanierung
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22:27 28.02.2019
Die Demonstration für die Brückentor-Sanierung wirbt mit zahlreichen Bannern für ihr Anliegen. Ein großer Teil der Demonstranten besucht auch die anschließende Sitzung.  Quelle: tol
Rinteln

„Lasst die Hütte stehen, lasst die Hütte stehen!“, schallte es aus hundert Kehlen, während ein Ratsmitglied nach dem anderen in Richtung Ratskeller marschierte. Eigentlich sollten die Ratsmitglieder – so hatten es sich die Demo-Organisatoren vorgestellt – durch ein Spalier laufen, zwischen den hochgereckten Transparenten und den etwa 200 Demonstranten hindurch, die sich für eine Sanierung des Brückentorsaals einsetzten. Doch bis auf Reinhold Kölling und Karl Lange (beide SPD) wählten die meisten Ratsmitglieder den etwas unauffälligeren Gang am Rande der Demonstration.

Dennoch stimmten die Demonstranten – unter ihnen zahlreiche CDU- und WGS-Politiker – jedes Mal aufs Neue ihre Protestlieder an. Kernforderung der von Ines Rauch und Claudia Döpke organisierten Demonstration: Erhalt des Brückentorsaals am gleichen Standort – und im Besitz der Stadt. Das decke sich zwar mit der Forderung der CDU, eine politische Vereinnahmung durch die Christdemokraten verneinten beide allerdings. Jeder habe die Kundgebung besuchen können.

Angemeldet war die Versammlung nur für 100 Personen, insofern erschienen mit etwa 200 Menschen – die Veranstalter sprachen sogar von 300 – deutlich mehr als erwartet. Diese ließen es sich nach mehrmaligem Hinweis über den Lautsprecher nicht nehmen, bis zur Ratssitzung zu warten.

Pfiffe und Buh-Rufe für den Bürgermeister

Als erster Ratsherr schritt Reinhold Kölling (SPD), ehemaliger Ortsbürgermeister von Möllenbeck, durch die Reihen. „Es sind schon mehr gekommen, als ich erwartet hatte“, erklärte er. Das Stimmungsbild der Bevölkerung bewege ihn durchaus. Er appellierte aber, zunächst abzuwarten, bis alle Fakten auf dem Tisch lägen. Insbesondere müsse man zunächst wissen, ob es denn einen Investor für den Brückentorkomplex gebe oder eben nicht.

Während es die Demonstranten mit den Ratsherren von SPD und Grünen noch eher wohlwollend meinten, musste Bürgermeister Thomas Priemer unter lauten Pfiffen und Buh-Rufen den Stadtkater betreten. Im Anschluss folgte ein großer Teil der Demonstranten auch den Ratsherren in den Sitzungssaal, wo diesmal besonders viele Stühle bereitgestellt worden waren.

Dort wurde unter Tagesordnungspunkt elf mehrere Stunden hitzig über den CDU-Antrag diskutiert, das Thema „Sanierung oder Neubau der Stadthalle?“ einer Einwohnerbefragung zu unterziehen.
Nach einer 15-minütigen Beratungspause lehnte eine Mehrheit von 20 Ratsmitgliedern den modifizierten CDU-Antrag für eine Bürgerbefragung ab. Stattdessen beantragten SPD, Grüne und Heinrich Sasse senior: Die Entscheidung über die Bürgerbefragung wird vertagt, bis der Bürgermeister den Gremien belastbare Verhandlungsergebnisse aus den Gesprächen mit den Investoren vorgestellt hat. Der Antrag wurde mit 20 zu 15 angenommen. jak