Rinteln: Masken, Abstand, Unterricht - so ist der erste Tag mit neuen Corona-Regeln an den Schulen in Rinteln gelaufen
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Rinteln Stadt Masken, Abstand, Unterricht: So ist der erste Tag an den Schulen in Rinteln gelaufen
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Rinteln: Masken, Abstand, Unterricht - so ist der erste Tag mit neuen Corona-Regeln an den Schulen in Rinteln gelaufen

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11:00 03.09.2021
Auch, wenn die Gruppen im offenen Ganztag deutlich kleiner als die Klassenverbände sind, tragen die Lehrer sowie die Schüler während der Hausaufgabenbetreuung Masken. Die Schüler sitzen an Einzeltischen, die in ausreichendenm Abstand zueinander in den Klassenräumen angeordnet sind.
Auch wenn die Gruppen im offenen Ganztag deutlich kleiner als die Klassenverbände sind, tragen die Lehrer sowie die Schüler während der Hausaufgabenbetreuung Masken. Die Schüler sitzen an Einzeltischen, die in ausreichendem Abstand zueinander in den Klassenräumen angeordnet sind. Quelle: Christian Bendig
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Rinteln

Manche Dinge verändern sich nie. Zum Beispiel die drängenden Fragen der Eltern nach dem ersten Schultag nach den Sommerferien. „Habt ihr schon einen Stundenplan bekommen“, fragt eine Mutter in dem kleinen Gewusel vor dem Tor der Grundschule Süd.

Aber etwas hat sich seit einiger Zeit verändert. Das wird sichtbar, als die Kinder um kurz nach 13 Uhr freudig dem Schulbus entgegenrennen. „Setzt eure Masken auf“, ruft eine Lehrerin den Kindern hinterher. Die Maske als Symbol der Corona-Pandemie ist auch am ersten Tag des Schuljahres 2021/22 geblieben.

Befürchtungen nicht bestätigt: Schulstart verläuft weitgehend reibungslos

Die Befürchtungen bestätigten sich nicht. Ein Chaos blieb aus. Der erste Schultag verlief an den Rintelner Grund- und weiterführenden Schulen weitestgehend reibungslos. Auch, weil Schüler und Lehrkräfte mittlerweile routiniert mit den vom Land Niedersachsen verordneten Corona-Maßnahmen umgehen. „Wir sind ja schon seit einiger Zeit daran gewöhnt“, sagt Schulleiter Stefan Strathmann. Zwar sei der erste Schultag – wie zu jedem Schuljahresbeginn – ein wenig hektisch gewesen. Aber mit den neuen Corona-Maßnahmen habe das wenig zu tun.

Die sind auch sehr überschaubar. Eine Veränderung, über die das Land Niedersachsen die Schulen und die Eltern regelmäßig informierte, war, dass die Kinder schon vor dem Weg zur Schule einen Corona-Test machen und eine Negativ-Bescheinigung mit zur Schule bringen müssen. Anders als im benachbarten Nordrhein-Westfalen. Dort testeten sich die Kinder an den ersten Tagen vor Unterrichtsbeginn unter Aufsicht in der Schule selbst.

„Das Testen zu Hause funktioniert problemlos“, berichtet Strathmann. Sollte ein Kind ungetestet oder ohne Negativ-Bescheinigung zum Unterricht erscheinen, würde die Schule Kontakt zu den Eltern aufnehmen und sich die Erlaubnis für einen Test in der Schule einholen. Auch das Kind muss sich dazu bereit erklären. Der Test würde dann unter Aufsicht eines Lehrers von dem Kind selbst vorgenommen. Die Regelung, dass die Tests täglich vorgenommen werden müssen, ist noch bis Ende nächster Woche gültig. Dann kehrt man wieder zum zweitägen Test-Rhythmus zurück – immer montags, mittwochs und freitags. Ist ein Befund zu Hause positiv, müssen die Eltern die Schule und das Gesundheitsamt informieren. Das Amt entscheidet dann über die weiteren Schritte.

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Zwischen Maskenpflicht, Lüftung und Kohorten-System

Außerdem herrscht nun – im Gegensatz zum vergangenen Schuljahr – auch am Platz Maskenpflicht. Die gilt ebenfalls für die Lehrer. Zudem wird nach zwanzig Minuten Unterricht für fünf Minuten gelüftet. In den Pausen ebenfalls. Das sei effektiver als Lüftungsanlangen, begründet Strathmann. Er und das Kollegium seien von deren Leistungsfähigkeit auf niedriger Stufe nicht überzeugt. „Bei höheren Einstellungen sind die Geräte einfach zu laut und stören den Unterricht“, erläutert der Rektor.

Weil die Kinder auf dem Schulhof keine Maske tragen müssen, herrschen auch dort Einschränkungen. Sie dürfen sich lediglich in festgelegten Gruppen auf einem bestimmten Teil des Schulhofes aufhalten. „Beispielsweise bilden die drei dritten Klassen eine Kohorte“, beschreibt Strathmann. Eine Kohorte umfasst circa 60 Kinder. Damit sich alle Kinder in den Pausen an den Spielgeräten austoben können, gibt es ein rollierendes System. Auch im Ganztag gilt diese Kohorten-Regelung. „Wenn wir die Kinder klassenweise zum Essen schicken, hätten einige abends noch nichts gegessen“, sieht Strathmann keine Alternative. Ansonsten zeigt er sich mit dem ersten Schultag aber sehr zufrieden.

Weiterführende Schulen: Schüler halten sich vorbildlich an Corona-Regeln

Auch an den drei weiterführenden Schulen ist der Start nach den Ferien gut gelungen. „Reibungslos“, nennt ihn etwa Ernestinum-Schulleiter André Sawade. Die Schüler hielten sich vorbildlich an die Regeln, positiv überrascht habe ihn auch die rund 50 prozentige Impfquote unter den Oberstufen-Schülern. Generell sei es wichtig, die Schulen – in einem vertretbaren pandemiebedingten Umfang – so lange wie möglich geöffnet zu halten.

Zum Weiterlesen: Maskenpflicht, Impfangebote, Präsenzunterricht: Kultusminister diskutiert mit Schaumburger Kreisschülersprecher

Das sieht auch Torsten Rudolf, Schulleiter der IGS so, man müsse potenzielle Maßnahmen immer mit Maß beschließen. An der IGS hielten sich die Schüler Rudolf zufolge ebenfalls an die Auflagen. Beide Schulleiter sind sich einig, dass das Szenario A, also der Präsenzunterricht, die wertvollste Art des Unterrichts sei. Sawade dazu: „Wir machen das Maximum, um die Schule sicher zu halten.“

In dieselbe Kerbe schlägt Lita Gooßen, Schulleiterin der Berufsbildenden Schulen (BBS). Sie habe keine Verstöße gegen die Corona-Regeln festgestellt. Im Gegenteil: „Viele Schüler trugen die Maske schon außerhalb des Schulgeländes, wo das gar nicht vorgeschrieben ist.“ Außerdem sei der Präsenzunterricht „elementar“ wichtig. Um aber für etwaige Wechselszenarien vorbereitet zu sein, sollen alle Kurse beziehungsweise Klassen bis Oktober einen digitalen Schultag absolvieren.

Von Malick Volkmann und Christian Bendig