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Rinteln Stadt Rintelner Kult-Pizzeria: Italia-Inhaber "Nino" Purpi hört auf
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Rintelner Kult-Pizzeria: Italia-Inhaber "Nino" Purpi hört auf
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08:17 01.10.2019
Bekannt für die gute Küche: Nino Purpi, Inhaber des Ristorante Pizzeria Italia am Brückentor in Rinteln. Quelle: pr.
Rinteln

Purpi war mit seinem Restaurant in Rinteln eine Institution - dabei hatte seine erste Station in Deutschland zunächst gar nichts mit Gastronomie zu tun.

Er begann in der Obernkirchener Glashütte Heye. Als Gastarbeiter konnte Purpi in Schaumburg schnell Fuß fassen. Nach einem kurzen Gastspiel in einer Eisdiele folgten sieben Jahre bei einem Hersteller von Fernbedienungen für Modellflugzeuge.

Erstes Restaurant an der Bahnhofstraße eröffnet

Danach ging es in der Gastronomie so richtig los: Neben der Aral-Tankstelle an der Bahnhofsstraße eröffnete er sein erstes Restaurant, das Italia.

Schnell wurde das Italia ein „In“-Restaurant in der Stadt und zur „SPD-Kantine“, wie die damals tonangebenden Genossen es nannten. Dort traf sich die „Toskana-Fraktion“ rund um den damaligen Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz, Fraktionschef Wolfgang Foerstner und den Kreistagspolitiker Egon Crombach.

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Außerdem: der damalige Innenminister Heiner Bartling und Oberkreisdirektor Klaus-Henning Lemme.

Weichenstellungen für Rintelns Lokalpolitik

Die bis zu 15 beisammen sitzenden Kommunal- und Landespolitiker bestritten zwar allesamt vehement, dass dort maßgeblich Politik gemacht wurde, doch war es in der Stadt ein offenes Geheimnis, dass im Italia die Weichen für die Rintelner Kommunalpolitik gestellt wurden.

Im Italia an der Bahnhofsstraße war es laut, es ging oft zu wie in einer italienischen Dorfkneipe. Es war immer voll und so eng, dass Margita Purpi manchmal mit dem Essen nicht mehr durchkam.

Gute Argumente für einen neuen Standort

Doch praktisch vom ersten Tag an lag Purpi mit dem Vermieter im Dauerzwist, zog sogar vor Gericht. So nutzte er 2002 die Gelegenheit, als der damalige Grieche im Brückentor die Türen schloss, das deutlich größere Restaurant zu übernehmen.

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Innenstadtnähe, die Weser vor der Tür und deutlich mehr Platz: Es sprach alles dafür. Er investierte in eine neue Einrichtung – und so wurde aus der kleinen italienischen Pizzeria an der Tankstelle ein richtig nobles Restaurant.

Italia am Brückentor: Ein durchwachsener Start

„Die erste Zeit war hart“, schilderte Purpi schon vor Jahren gegenüber dieser Zeitung. Kurz vor Weihnachten zerstörte ein riesiger Wasserschaden die schöne Bescherung, zwei Monate musste er sein Restaurant schließen.

Manche Stammgäste fremdelten anfangs mit den neuen, modernen Räumen. Viele vermissten den eher hemdsärmeligen Stil des alten Italia. Doch nach einem Jahr lief alles wieder wie zuvor. Bis zuletzt lohnte sich im Italia eine Reservierung – sonst stand man vielleicht ohne Tisch da. von Jakob Gokl und Hans Weimann

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Nachfolger gefunden

Wie diese Zeitung von GVS-Chef Jürgen Peterson erfuhr, gibt es einen Nachfolger für das von der Stadt verpachtete Restaurant im Brückentorkomplex.

„Der Pächter hat bereits unterschrieben“, betonte Peterson, der sich allerdings ansonsten bedeckt hielt. Deutlicher Anhaltspunkt: Bereits Anfang Juli meldete der 31-jährige Shahi Shivan-Kheder aus Braunschweig ein neues Gewerbe an: Den Betrieb der Italia Ristorante Gmbh in Rinteln. Geschäftssitz im Pferdemarkt 16, also dem Rintelner Brückentorkomplex. von Jakob Gokl