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Rinteln Stadt Rintelner Weintage sind gut besucht
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Rintelner Weintage sind gut besucht
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17:34 06.10.2019
Die „Weintage“ sind an allen Abenden gut besucht.cok Quelle: cok
Rinteln

 Die Besucher besetzten auch bei Temperaturen unter zehn Grad Celsius oft jeden einzelnen Platz unter dem Zeltdach auf dem Kirchplatz. „Das Fest besitzt inzwischen eine so solide Akzeptanz, dass es auch mal schlechteres Wetter verträgt“, meint Stadtkater-Chef Thomas Rathkolb.

Er freue sich außerdem, dass von Jahr zu Jahr mehr jüngere Leute dabei seien; überhaupt ein bunter Publikumsmix. Was alle sechs beteiligten Gastronomen feststellten: Nicht nur Rintelner, Schaumburger und Lipper besuchen die Weintage, sondern vermehrt Menschen aus weiterem Umland: aus Hildesheim, Wolfsburg und sogar aus dem Rheinland.

Der Dauerregen-Freitag war natürlich eine Herausforderung für die Gastronomie. Bis auf Thomas Gieselmanns „fein & köstlich“-Zelt hatten da alle bereits um 22 Uhr geschlossen. Bei Gieselmann tummelten sich drei weinselige Gruppen noch bis Mitternacht und wollten auch dann noch gar nicht gehen. Die anderen trösteten sich wie Arif Sanal von der „Bodega“: „Wir haben ja den Donnerstag quasi als Geschenk dazu bekommen. Das hat den durchwachsenen Freitag wieder ausgeglichen.“

Stephan Kehlenbeck vom „Schaumburger Ritter“ wanderte zwischendurch wie immer mit seinen Brezeln zwischen den Gästen herum. „Die gehen ja weg wie warme Semmeln“, sagt er. Gern hat er auch bei den Kollegen vorbeigeschaut. „Wir Wirte verstehen uns untereinander gut“, so Kehlenbeck. „Bei diesem schönen Fest kommen eben alle zusammen.“

Auch im Zelt von Harald Strüwe, dem „Maitre Wild“, drängten sich die Gäste, um Wildschweinbraten und -würste zu genießen. „Man merkt, dass die Leute Wert auf bewusste Ernährung legen“, sagt er. „Wildfleisch statt Schweinefleisch aus der Massentierhaltung, das ist ein echter Trend.“

Bei Bauer Giese kamen die Fleischgerichte vom freilaufenden Angus-Rind ebenfalls sehr gut an. „Es war eisigkalt, aber wir hatten fast durchgängig richtig viel zu tun“, so Mitarbeiter Jan Hoppe.

Von den Weinen wurde so viel getrunken, dass ständig Nachschub angeschleppt werden musste. Traditionell kommen die Weintage ohne Musikbegleitung aus, und wer weiß, ob man die überhaupt wahrgenommen hätte bei all dem Lachen und Erzählen an den Tischreihen, die oft schon am Nachmittag gefüllt waren.

Alles in allem könne man zufrieden sein, so die einhellige Meinung unter den Gastronomen, die am Sonntag schon einigermaßen verdrängt hatten, dass sie am verregneten Freitag manchmal nicht so gute Laune hatten. „Was soll’s“, so Arif Sanal. „Damals, als wir noch auf dem Marktplatz feierten, kam zum Regen oft auch noch ein Sturm, und wir mussten die Schirme festhalten.“ Für ihn und alle Befragten ist klar: Auch zukünftig wird es die Rintelner Weintage geben.

Die hiesigen Geschäftsleute, die sich am verkaufsoffenen Sonntag beteiligten, konnten gar nicht klagen. In manchen Geschäften sah es aus, als wären gerade Reisegruppen eingetroffen, so viele Menschen nutzen den Tag für einen Ausflug mit Shopping. Um 19 Uhr am Sonntag dann war Schluss mit vier Tage feiern. „Ich freu mich auf den Feierabend“, sagte Stephan Kehlenbeck. „Da werde ich ganz in Ruhe beim Kollegen einen Cocktail trinken.“ Cornelia Kurth