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Rinteln Stadt Rintelner wegen Vergewaltigung seiner Ehefrau angeklagt
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Rintelner wegen Vergewaltigung seiner Ehefrau angeklagt
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20:01 15.08.2019
Quelle: dpa
Rinteln

Als diese anschließend nach dem Grund gefragt habe, warum er das getan habe, soll der Mann das mutmaßliche Opfer in einem anderen Zimmer gewürgt und mit dem Kopf gegen eine Wand geschlagen haben. Er soll erst losgelassen haben, als die Frau nicht mehr atmen konnte.

Knapp sechs Wochen später ist es laut Anklageschrift beim Versuch geblieben, weil jemand an der Tür geklingelt und der Mann von seinem Opfer abgelassen habe. In diesem Fall soll die Frau zuvor am Hals gepackt worden sein. Zum Prozessauftakt vor der 1. Großen Strafkammer am Bückeburger Landgericht hat der Angeklagte die Vorwürfe bestritten. Staatsanwalt Lüth legt ihm drei Straftaten zur Last: Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung und gefährliche Körperverletzung.

„So etwas würde ich niemals machen. Ich weiß, was es heißt, eine Frau zu schlagen. Das habe ich nicht nötig“, sagte der 52-Jährige. „Ich habe sie geliebt.“ Für die blauen Flecken an Armen, Beinen und Kopf seiner Frau, ärztlich attestiert am Tag nach der mutmaßlichen Vergewaltigung, hat der Rintelner eine Erklärung: „Sie ist auf einmal durchgedreht und hat mit Fäusten auf mich eingeschlagen. Ich habe sie nur festgehalten – mehr nicht.“ Seine Frau sei psychisch krank gewesen. „Und was die anderen Zeugen sagen, ist alles gelogen‘‘, so der Rintelner.

Ehe vor dem Aus

Das Paar ist seit fünf Jahren verheiratet. Die Frau hat zeitweise an einem anderen Ort gelebt. Mittlerweile steht die Ehe vor dem Aus. Im Prozess tritt die Frau als Nebenklägerin auf. Sie wohnt heute in einer westfälischen Stadt.

 „Ich habe gleich zu Beginn seine Aggressivität bemerkt“, erinnert sich die 44-Jährige an die Anfänge ihrer Ehe. Einmal soll der Rintelner „den Tisch in der Küche und im Bad das Waschbecken kaputt geschlagen“ haben.

Über den Tag, an dem ihr Mann sie vergewaltigt haben soll, sagte die Frau als Zeugin vor Gericht: „Er kam verschwitzt von der Arbeit und wollte direkt mit mir intim werden. Ich habe ihm gesagt, dass ich das nicht möchte. Das hat ihm natürlich nicht gepasst. Er hat mich dann vergewaltigt. Danach hat er mich noch einmal fest angepackt und gegen die Wand geschlagen.“

Richter Peter Rohde, Vorsitzender der 1. Großen Strafkammer, hat vier Sitzungstage anberaumt, um sechs Zeugen und einen Gutachter zu vernehmen. Nach dem bisherigen Zeitplan soll das Urteil Ende August verkündet werden.  ly