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Rinteln Stadt Rintelns Polizei besser als Landesdurchschnitt
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Rintelns Polizei besser als Landesdurchschnitt
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18:04 24.04.2019
Polizeichef Wilfried Korte (von rechts), Streifendienstleisterin Tamara Ehrmantraut-Riechers und Kripochef Wilhelm Meyer informieren über ihre Statistiken zu Einbruchszahlen, Rohheits- und Drogendelikten sowie Verkehrssünden. Quelle: tol
RINTELN

Diese liegt bei 66,8 Prozent – und ist damit besser als der Landesdurchschnitt (62,8 Prozent).

Die steigende Zahl der Wohnungseinbrüche hatte in den vergangenen Jahren das Sicherheitsempfinden der Bürger erheblich beeinträchtigt. Der Trend scheint gestoppt zu sein. Im Vorjahr registrierte die Polizei für Rinteln und das Auetal 26 Wohnungseinbrüche, zwölf davon Versuche.

Schwachstellen

Korte sagt, dass sich hier auch die Präventionsarbeit der Polizei ausgezahlt habe, die sich Häuser angeschaut und Bürger auf Schwachstellen aufmerksam gemacht habe. „Wir haben auch schon mal einen Zettel durch ein geöffnetes Fenster geworfen.“

Zugleich waren Ermittlungsgruppen erfolgreich. Korte nannte als Beispiel die Profieinbrecher aus Hannover, die im Vorjahr festgenommen werden konnten, alles Personen, die das „berufsmäßig“ gemacht und Objekte gezielt ausgespäht sowie dabei Risiko, Aufwand und Nutzen abgeschätzt hätten.

Zwar ist jeder Einbruch einer zu viel, aber Rinteln kein Schwerpunkt mehr: Rechnet man die Häufigkeit der Einbrüche pro 100000 Einwohner hoch, würden auf Rinteln 76 Straftaten entfallen, im gesamten Land Niedersachsen wären das 141.

Vorsicht und Misstrauen

Vorsicht und Misstrauen schützten am besten vor einem Schaden durch Internetkriminelle oder Betrug am Telefon, betonte Korte. Er rät dazu, eine E-Mail, die man nicht sicher zuordnen könne, sofort zu löschen. „Wenn einem jemand verspricht, du hast einen Audi A4 gewonnen, dafür aber eine Bearbeitungsgebühr von 500 Euro haben will – bitte auf ein Konto überweisen. Sofort löschen.“ Schwierig sei die rechtliche Einordnung solcher Fälle. Was ist das? Erpressung oder Nötigung? Auch bei zweifelhaften Telefon-Offerten empfiehlt Korte: „Nicht lange reden, auflegen.“ Und lieber einmal mehr die Polizei anrufen.

Stolz ist Korte auf die Aufklärungsarbeit im Kommissariat. Besonders bei Rohheitsdelikten wie Körperverletzung, Raub, Nötigung oder Bedrohung würden die Täter in 92,08 Prozent aller Fälle ermittelt. Im Bereich des Kommissariats ermittelte die Polizei in zwölf Fällen von Raub, 178 Fällen von Körperverletzung und bei 75 Straftaten gegen die persönliche Freiheit (häufig häusliche Gewalt).

Diebstähle machen 20,6 Prozent aller Straftaten aus. Bearbeitet wurden einfache Diebstähle und 249 Diebstähle unter „erschwerenden Umständen“.

Weites Dunkelfeld

Drogendelikte bleiben ein weites Dunkelfeld, weil es hier entscheidend auf aktive Ermittlung ankommt. Damit ist dies für Korte auch eine Frage der „Manpower“, der Zahl der Beamten, die für eine Aufklärung abgestellt werden können. Im Bereich Rinteln und Auetal wurden im Vorjahr insgesamt 85 Drogendelikte bearbeitet.

Von den 1625 Straftaten im Vorjahr haben 240 Straftaten Personen mit nicht deutschem Hintergrund begangen, an 200 Straftaten waren Flüchtlinge beteiligt, wobei hier in vielen Fällen Opfer wie Täter Flüchtlinge waren und in diesen Zahlen auch erfasst wird, wenn „ein Junge Schokolade im Supermarkt gestohlen hat“.

Ausländerkriminalität, also Taten die nur Ausländer begehen können, beispielsweise ein Verstoß gegen das Ausländerrecht, seien hier bereits herausgerechnet.

Es war für Korte übrigens die letzte Pressekonferenz zum Thema Jahresstatistik. Er geht im Laufe des Jahres in den Ruhestand. Sein Nachfolger stehe bereits fest, bestätigte der Polizeichef auf Nachfrage, wollte aber keinen Namen nennen. Von Hans Weimann

70 Prozent der Unfallfluchten aufgeklärt

Die Zahl der Unfallfluchten sei im Vorjahr von 215 (2017) auf 224 (2018) Fälle leicht angestiegen, schilderte Streifendienstleiterin Tamara Ehrmantraut-Riechers. Zudem seien die Bürger aufmerksamer geworden, notierten sich öfter das Kennzeichen eines Fahrzeuges, das auf einem Parkplatz ein anderes beschädigt habe, dessen Fahrer aber geflüchtet sei. 70 Prozent der Unfallfluchten würden dann auch aufgeklärt – vor allem Fälle, in denen eine Person verletzt worden ist. Aktuell werden derzeit 37 Fälle von Unfallflucht bearbeitet.

Insgesamt hat es im Bereich des Kommissariats Rinteln im Vorjahr 846 Unfälle mit drei Toten gegeben (2017: 907, ein Toter). Auffällig sei in der Unfallstatistik, dass es mehr Auffahrunfälle mit Motorrädern gegeben habe, so Ehrmantraut-Riechers.

Die Streifendienstleiterin kündigte an, man werde die Motorradstrecken in Wennenkamp sowie an der Westendorfer Landwehr im Blick behalten, nicht nur unter dem Aspekt Lärmbelästigung, sondern auch der Sicherheit: „Wir schauen uns gemeinsam mit der Stadt an, was wir da noch machen können.“ Sie gehe davon aus, dass Motorradfahrer im Taubenberg demnächst ohnehin durch Baustellen im Bereich von Wennenkamp bis Goldbeck ausgebremst würden. wm