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Rinteln Stadt Schaumburg und China sind offiziell Partner
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Schaumburg und China sind offiziell Partner
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22:10 07.12.2010
Der Vertreter der chinesischen Botschaft in Deutschland, Xiu Chuan Ming, und Jörg Farr besiegeln die Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis Schaumburg und der Hanban-Gesellschaft.

Rinteln (mld). Das kündigte Studienrat Ralf Kirstan an, der zusammen mit seiner Frau Liping den Austausch zwischen dem Gymnasium Ernestinum und der No. 8 Middle School in Chongqing angestoßen hat und organisiert. Und diese Zusammenarbeit ist jetzt auch offiziell besiegelt worden: Jörg Farr als designierter Schaumburger Landrat und Xiu Chuan Ming, Vertreter der chinesischen Botschaft in Berlin, haben die Kooperationsvereinbarung zwischen dem Landkreis und der Hanban-Gesellschaft unterzeichnet.

Die Hanban-Gesellschaft ist das chinesische Äquivalent des Goethe-Instituts, sie unterstützt den Austausch zwischen dem Ernestinum und der No. 8 Middle School.

Was die Kooperation zwischen dem Landkreis und dem Institut bedeutet, zeigte Kirstan auf: Die Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung habe die „Tür zu weiteren Projekten“ aufgestoßen. So sei geplant, ein „deutsch-chinesisch-englisches Schulnetz“ (Kirstan) zwischen Ernestinum, No. 8 Middle School und ihrer englischen Partnerschule aufzubauen. Zudem sollen sich die künftigen Austausche vermehrt auf das Thema regenerative Energien konzentrieren. So sei bei künftigen Austauschen deutscher Schüler in Chongqing geplant, Projekte zur Sonnenenergie zu besichtigen. Im Oktober 2011 kommt eine Schülergruppe der No. 8 Middle School nach Rinteln, kündigte Kirstan an – dann soll der Schwerpunkt vor allem auf Projektarbeit zu regenerativen Energien liegen, außerdem sollen Kontakte zum Max-Planck-Institut in Göttingen vertieft werden.

Bald soll ein Kooperationsvertrag mit großen Autokonzernen in Chongqing unterzeichnet werden, sodass Schüler während der Ferien oder nach Schulabschluss sich dort um Praktika bewerben können. Im Gegenzug sollen Schüler aus Chongqing die Möglichkeit bekommen, bei Schaumburger Unternehmen Praktika zu absolvieren. Während dieser Zeit sollen die Austausch-Praktikanten bei Gasteltern wohnen.

Auch soll eine „Deutsch-chinesische Gesellschaft Schaumburg“ gegründet werden, um zum Beispiel den Austausch von finanzieller Seite her besser regeln zu können. So sei ein Stipendium für deutsche wie chinesische Schüler geplant, die sich den Austausch sonst nicht leisten könnten. Dadurch sollten sich die Projekte „sozial öffnen“, erläuterte Kirstan.

Zudem, so Kirstans Hinweis, werde von der Kooperation auch die chinesische Partnerschule profitieren, da sie finanzielle Unterstützung erwarten könne. Die könne zum Beispiel in modernere Computer investiert werden, um die Online-Kommunikation mit der deutschen Partnerschule zu verbessern.

Auch wenn der Vertragspartner der Hanban-Gesellschaft der Landkreis ist: Rinteln soll die „Basisstation“ der Kooperation bleiben, wie Ernestinum-Schulleiter Reinhold Lüthen betonte.

Von allen Seiten gab es – wie hätte es zu so einem Anlass auch anders sein können – viel Lob: Weder Lüthen noch Farr noch Björn Försterling, bildungspolitischer Sprecher der niedersächsischen FDP-Fraktion, oder Rintelns Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz vergaßen die rasante wirtschaftliche Entwicklung Chinas zu betonen und dass eine solche Kooperation daher „Sinn macht“ (Farr), „Toleranz und Freundschaft“ vermittle (Buchholz) und „Horizonte öffnet“ (Försterling). Das „miteinander vertraut Machen“ werde in Rinteln bereits gelebt, so Försterling, der Pate der Kooperation ist. Sso sei es zum Beispiel „spannend“ gewesen, dem Onlineunterricht zwischen Schülern aus Rinteln und Chongqing beizuwohnen.

Xiu war voll des Lobes für die deutsche Seite: „Die Kooperation wäre ohne die großzügige Unterstützung unserer deutschen Freunde nicht möglich gewesen.“

Einen „Wermutstropfen“ gebe es jedoch, so Lüthen: Die Kooperation mit Schaumburg sei nicht die erste der Hanban-Gesellschaft mit einem deutschen Landkreis, sondern die zweite. „Damit stehen Sie aber immer noch auf dem Siegertreppchen“, stellte Farr schmunzelnd fest.