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Rinteln Stadt Silvesterinitiative: Immer mehr Senioren verarmen
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Silvesterinitiative: Immer mehr Senioren verarmen
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22:33 14.04.2019
Gerhard Schöttelndreier (rechts) und Friedhelm Winkelhake heißen die Teilnehmer des Schnatgangs willkommen. Quelle: bus
Rinteln

In kleiner Runde trafen sich die Mitglieder im Steinberger Hof. „Unser Angebot hat sich verschoben“, bemerkte Kemna beim Rückblick auf das vergangene Jahr. Bislang nahmen Familien von Hartz-IV-Empfängern und Alleinerziehende die Hilfe der Silvesterinitiative an, „heute sind es vermehrt Senioren“.

Dies war eine besondere Erfahrung, auch für die Vorsitzende selbst: „Ich hätte nie gedacht, dass so etwas möglich ist“, sagt Kemna mit Blick auf die Verhältnisse, in denen manche der Klienten gelebt haben – krebskranke Senioren, die vom Flaschensammeln ihren Lebensunterhalt bestritten, ohne Strom und Wasser in einer winzigen Wohnung, solche Erlebnisse hatten die Mitglieder des Vereins bisher nicht.

Spendenbereitschaft außerordentlich hoch

Besonders lobt Kemna auch die Spendenbereitschaft der Rintelner: „Egal ob es eine Großspende einer Firma ist oder 20 Euro einer Privatperson, es freut mich gleichermaßen“, so die Vorsitzende. Die Spendenbereitschaft der Rintelner sei außerordentlich hoch: „Wir können stolz auf unsere Stadt sein.“

Auch die Aktionen der Initiative waren 2018 ein voller Erfolg: 48 Schulranzen wurden organisiert, bei der Nikolausstiefelaktion konnten 26 Kinder beglückt werden. Und immerhin 80 Wünsche des Weihnachtswunschbaums konnten erfüllt werden – das waren früher mehr, wie Schatzmeisterin Claudia Depping klarstellt: „Doch heutzutage konzentriert sich dieses Angebot auf Kinder, die wirklich Weihnachten feiern und die Unterstützung nötig haben.“

Bundesweite Resonanz

Ein besonderer Erfolg seien auch die Herzenwünsche für Senioren gewesen – 154 wurden insgesamt erfüllt.

„Es gab einen großen Andrang, nach drei Tagen waren alle weg“, so Kemna. Auch die zweite Vorsitzende Sandra Kunze bestätigte: „Über Facebook haben wir große Resonanz erhalten, sogar bundesweit.“ Andere Städte wollen die Aktion der Herzenswünsche nun auch durchführen; Spenden aus ganz Deutschland gingen beim Verein ein.

Vorstand wiedergewählt

Finanziell stehe man auf stabilen Beinen, so Depping. Doch eine Hauptversammlung wäre keine Hauptversammlung ohne die entsprechenden Wahlen. Unter der Leitung des Orts- und stadtratserfahrenen Mitglieds Udo Schobeß ließ sich der Vorstand für weitere zwei Jahre wiederwählen – Kemna in ihrer Funktion als Erste Vorsitzende und Depping als Schatzmeisterin allerdings mit dem Verweis darauf, dass dies ihre letzte Wahlperiode sein werde, danach müsse sich ein Nachfolger finden. Sandra Kunze wurde ebenfalls für eine weitere Wahlperiode bestätigt, Schriftführerin bleibt Dorothea Heidel. Kassenprüfer wurden wie im vergangenen Jahr Udo Schobeß und Karl Lange – letzterer in Abwesenheit. „Ich kann mir vorstellen, dass er die Wahl annehmen würde“, so Schobeß mit einem Augenzwinkern.

von Maurice Mühlenmeier