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Rinteln Stadt Sinfoniekonzert im Brückentorsaal begeistert
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Sinfoniekonzert im Brückentorsaal begeistert
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08:40 23.10.2018
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Rinteln

Der Applaus wollte gar nicht mehr enden nach dem jährlichen Sinfoniekonzert im Brückentorsaal, das außerdem geprägt wurde vom Solo-Hornisten Sebastian Posch von der Staatskapelle Berlin.

„Man muss sich der Musik, die wir jetzt spielen, öffnen“, sagte Westphal in seiner Einführung. „Mit Worten kann man sie kaum erklären.“ Wolfgang Amadeus Mozarts Hornkonzert Nummer 3 allerdings fand mit seinen reizvollen Melodien wie von allein den Weg in die Herzen der Zuhörer, zumal Sebastian Posch mit bewundernswerter Lässigkeit auch die hochvirtuosen Passagen intonierte, die Mozart einst extra für seinen Lieblingshornisten geschrieben hatte, auf dass er damit brillieren sollte.

Die Ouvertüre „Leonore III“ aus Ludwig van Beethovens Oper „Fidelio“ war da schon eine andere Herausforderung, erzählt sie doch in nur zwölf Minuten die ganze dramatische Geschichte von Ehefrau Leonore, die als Fidelio verkleidet versucht, ihren Mann aus der ungerechten Kerkerhaft zu befreien. In großer Besetzung intonierten die Göttinger Musiker das musikalische Drama mit all seinen leidenschaftlichen Höhen und Tiefen so hingebungsvoll, dass man nebenbei feststellen konnte: Der Brückentorsaal, über dessen Schicksal gerade heftig gestritten wird, wollte noch einmal beweisen, dass seine Akustik auch solchen mächtigen Werken gewachsen ist.

Johannes Brahms‘ vierte Sinfonie schließlich war es, die zu einem so besonders großen Beifall für Dirigent und Orchester führte. Die Solisten von Querflöte, Klarinette und Trompete bildeten bewegende Kontrapunkte zum Sturm des Orchesters, das sich ohne Zurückhaltung auf die gefühlsbeladene Sinfonie einließ, von der Brahms‘ Freunde damals sagten, sie sei eigentlich undurchschaubar und unerträglich.

Wer sich aber, wie Westphal es eingefordert hatte, dieser Musik vorbehaltlos öffnete, wurde in einen Sog hineingerissen, der ein wahres Kopfkino rund um eigene Gefühle entstehen ließ.

Wo das nächste Sinfoniekonzert stattfinden wird, bleibt noch ungewiss. Ganz sicher aber ist: Wenn Westphal und die Göttinger sich zusammentun, kann eigentlich nichts schiefgehen.

Von Cornelia Kurth