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Rinteln Stadt So könnte der Blick zur Weser aussehen
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt So könnte der Blick zur Weser aussehen
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20:19 11.06.2019
Diese Entwurfzeichnung aus Rintelns Stadtarchiv zeigt die geplante „Kurterrassenanlage“. Quelle: Repros: Stadtarchiv Rinteln
Rinteln

Um 1910, als die Zeichnung entstand, standen noch das Alte Zollamt und rechts daneben, nah am Fluss, der sogenannte Zollschuppen, ein robuster Sandsteinbau aus der Zeit um 1850, der auch für Zwecke des Schlachthofes diente.

Die Planungen sahen in diesem Bereich unter Wahrung der bestehenden Bausubstanz eine geräumige Terrasse mit Springbrunnen und unterbauten Wirtschaftsräumen, eine große Tanzfläche, einen Musikpavillon für die damalige Rintelner Musikkapelle, berankte Laubengänge und ein Büfett-Häuschen vor. Im alten Lagerhaus, das einen Balkon zur Weser bekommen sollte, war dagegen ein 320 Quadratmeter großer Ball- und Theatersaal vorgesehen.

Der Erste Weltkrieg kam dazwischen

Zur Umsetzung der ehrgeizigen Pläne sollte es trotz einer damals gut gefüllten Stadtkasse nicht kommen – der Erste Weltkrieg kam dazwischen. Erst viele Jahre später, 1958, wurde dann tatsächlich noch eine Terrassenanlage errichtet. Sie hatte allerdings kaum mehr als zehn Jahre Bestand.

1970 wurde das ganze Gelände mitsamt dem denkmalwürdigen Barockbau des Zollamts (zuletzt als Polizeidienststelle genutzt) mit dem Abrissbagger planiert. Was folgte war der heutige Brückentorkomplex, der nicht nur die Weser von der Stadt abschnitt, sondern zugleich auch den Unterlauf der Mühlenexter unter sich begrub. Er liefert Zündstoff für städtebauliche Diskussionen bis heute.

Dr. Stefan Meyer ist Leiter des Universitäts- und Stadtmuseums Eulenburg. Zu seinen Aufgaben zählt auch die Leitung und Verwaltung des Stadtarchivs. Von Stefan Meyer