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Rinteln Stadt So reagiert Rinteln auf den großen Bedarf an Kita-Plätzen
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt So reagiert Rinteln auf den großen Bedarf an Kita-Plätzen
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12:34 30.10.2019
Gute Neuigkeit für Rintelns höchsten Ortsteil: Der Spielkreis Goldbeck wird zum Kindergarten samt Krippe eingestuft. Quelle: tol
Rinteln

In Rinteln werden zurzeit Kitas an veränderte Elternwünsche angepasst und für den Bedarf umgebaut. Nach Angaben der Verwaltung gibt es derzeit nur für 26 Prozent der anspruchsberechtigten Ein- bis Dreijährigen einen Krippenplatz. Gleichzeitig steigt die Zahl dieser Kinder. Für die Altersgruppe der Drei- bis Sechsjährigen nennt die Verwaltung einen statistischen Versorgungsgrad von 78 Prozent.

Schaumburg: Neue Kita für 50 Kinder

In Schaumburg will die Stadt auf dem Gelände des Dorfgemeinschaftshauses eine neue Kita in Modulbauweise für zwei Gruppen, also 50 Kinder bauen. Eine nicht ganz freiwillige Lösung. Ursprüngliche Idee war, das Dorfgemeinschaftshaus dafür teilweise umzubauen. Der Plan wurde Makulatur, weil es dafür kein Fördergeld gibt, sondern lediglich für den Kitabau. Und die Sache eilt, weil die Zuschüsse bis Ende nächsten Jahres befristet sind. Schon dieser Zeitplan wäre bei einem Umbau des Dorfgemeinschaftshauses nicht einzuhalten gewesen.

Zum Weiterlesen: Pläne für Kita in Schaumburg: „Kinder stehen nicht im Mittelpunkt“

Grundsätzlich will die Stadt daran festhalten, das Dorfgemeinschaftshaus zu sanieren, auch ohne Fördermittel. Einen Trägerverein dafür gibt es bereits. Geplant ist die Erneuerung von Heizung und Bodenbelägen. Es soll eine neue WC-Anlage und Küche geben.

Über dieses Konzept will der Bauausschuss in seiner nächsten Sitzung am Mittwoch, 6. November, abstimmen (19 Uhr, im Rathaus Klosterstraße 20).

So sieht das Konzept für das Dorfgemeinschaftshaus in Schaumburg aus. Grafik: pr.

Deckbergen: Krippengruppe für 15 Kinder

Auch Kinder aus Deckbergen sollen den neuen Kindergarten in Schaumburg (wo es bisher keinen gibt) füllen. Jahrelang hatten Kommunalpolitiker dafür gekämpft, den St.-Petri-Kindergarten in Deckbergen auszubauen. Woran es gescheitert ist, erläuterte Pastor Matthias Mau: zu wenig Platz, nicht genug Stehhöhe in der oberen Etage. Man hätte aufstocken müssen, das wäre in dem historischen Gebäude viel zu teuer geworden.

Auch interessant: Kindergarten Deckbergen: „Der Stadt geht es nur ums Geld“

Stattdessen soll künftig in Deckbergen eine Krippengruppe für 15 Kinder eingerichtet werden. Ganz glücklich ist Mau über diese Lösung nicht, denn sie bedeutet, dass Eltern mit Kleinkindern unterschiedlichen Alters längere Wege haben. Das Krippenkind bleibt in Deckbergen, das Kita-Kind muss nach Schaumburg gefahren werden.

Goldbeck: Spielkreis wird Kindergarten und Krippe

In Goldbeck wird es dagegen für die Eltern besser. Dort wird der bisherige Spielkreis in einen Kindergarten mit Krippenplätzen umgewandelt. Wie Mareen Fennert vom Familienbüro erläuterte, sei das der letzte Spielkreis der Stadt. Spielkreise seien aufgrund veränderter Anforderungen an das Personal inzwischen ein Auslaufmodell.

Fennert schilderte, dass sich ein Team des für Kitas zuständige Kultusministeriums kürzlich die Räumlichkeiten in Goldbeck angeschaut habe. Notwendige Umbaumaßnahmen seien besprochen worden. Sie gehe davon aus, dass die Kita im nächsten Jahr beginnen könne.

Ebenfalls lesenswert: Gesetzesänderung: Kita auch in Rinteln frei – Krippe etwas teurer

Hohenrode: Längere Zeiten, neue Gruppe

In Hohenrode ist die Kita „Kunterbunt“ ebenfalls an Elternwünsche angepasst worden. Die Betreuungszeiten wurden von 13.30 auf 15 Uhr ausgeweitet. Auch dort gibt es jetzt eine Krippengruppe für Kinder unter drei Jahren.

Engern: Gemeindehaus für "Gänseblümchen"-Erweiterung?

In Engern soll Pastor Reinhard Koller an diesem Wochenende von der Gemeinde in den Ruhestand verabschiedet werden. Damit würde langfristig das Gemeindehaus frei. In einer Gemeindeversammlung ist bereits über die Nachnutzung dieses Hauses diskutiert worden. Festlegen wollte man sich nicht. Einig war man sich aber in einem Punkt: Es soll „ein sozialer Zweck“ sein.

Idee ist jetzt: Auch in Engern gibt es Bedarf an weiteren Kita-Plätzen. Das Gemeindehaus liegt direkt an der vorhandenen Kita „Gänseblümchen“. Also würde es sich anbieten, das Gemeindehaus für eine Kita-Erweiterung zu nutzen.

Eine telefonische Nachfrage bei Christian Frerking, Präsident des Landeskirchenamtes in Bückeburg, der das Gemeindehaus gehört, ergab: Eine künftige Nutzung des Gemeindehauses als Kindergarten widerspräche nicht der Intention der Gemeinde. Das soll wohl heißen: Grundsätzlich hätte die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schaumburg-Lippe nichts gegen eine solche Nachnutzung. Von Hans Weimann

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