Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Rinteln Stadt Sollte Stadt Brückentorkomplex kaufen?
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Sollte Stadt Brückentorkomplex kaufen?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:29 22.04.2018
Die Ratsherren Veit Rauch (von rechts), Heinrich Sasse und Ralf Kirstan erklären die Kontroverse um den Brückentorsaal dem NDR-Korrespondenten Wilhelm Purk (links).
Die Ratsherren Veit Rauch (von rechts), Heinrich Sasse und Ralf Kirstan erklären die Kontroverse um den Brückentorsaal dem NDR-Korrespondenten Wilhelm Purk (links). Quelle: mld
Anzeige
RINTELN

Analog zu den Plänen, die Investor Norbert Dittel bereits hat anklingen lassen, solle die Stadt als Vermarkter auftreten. Der Brückentorsaal bliebe so ebenfalls in Besitz der Stadt.

Zu Begründung führt Kirstan an, dass die Stadt durch die avisierte Vermarktung der Fläche 2 des Prince-Rupert-School-Geländes (PRS) derzeit selbst versuche, als Grundstücksinvestor tätig zu werden. Die Stadt hofft damit attraktives Bauland für Neubürger zu schaffen und Gewinne zu erzielen. In zehn bis 15 Jahren, schätzt Kirstan, würden sich die Kosten dafür amortisiert haben.

Eine gewinnbringendere Lösung sei es, würde die Stadt im Brückentorkomplex Wohneinheiten „in attraktivster Innenstadt-Lage mit Weserblick“ anbieten. Die Kosten würden sich wegen der Lage schneller als bei den Plänen für die PRS amortisieren.

Zur Erinnerung: CDU, FDP und WGS sehen es unter anderem kritisch, dass Investor Dittel der Stadt 750000 Euro für den stadteigenen Saal bei Kauf des Brückentorkomplexes geboten hat. Sie fordern eine höhere Summe – oder andere Lösungen. Heinrich Sasse (WGS) hatte vorgeschlagen, die Stadt solle ihr Eigentum innerhalb des Komplexes verkaufen und stattdessen eine eigene Stadthalle bauen.

Das Thema schlägt inzwischen so hohe Wellen, dass auch der NDR darauf aufmerksam wurde und Kirstan, Sasse sowie den CDU-Fraktionsvorsitzenden Veit Rauch am Dienstagmittag vor das Radio-Mikrofon bat.

Man wolle sich „alle Optionen offenhalten“, sagte Rauch. Tendiert wird aber offensichtlich zu zwei Varianten: dass die Stadt den gesamten Komplex übernimmt oder den Komplex an Dittel verkauft und eine Stadthalle baut.

Chance zur Entwicklung?

Dies wäre eine „Chance für die Entwicklung der Innenstadt“, pflichtete ihm Sasse bei. Die eigentlich angedachte Verfahrensweise (Die Stadt verkauft den Saal an Investor Dittel und mietet ihn dann für eine Laufzeit von 24 Jahren zurück) „trägt sich nicht“. Die Stadt müsse nach Sasses Kalkulationen 2,5 Millionen Euro investieren und habe nach 24 Jahren „nichts mehr“. Bei den beiden anderen Lösungen hingegen „investieren wir in die Substanz, für uns, und nicht für jemand Dritten“.

Kirstan sieht den Hallenbau jedoch kritisch: Statt der von Sasse avisierten „fünf bis sechs Millionen Euro“ geht er von einem Investitionsbedarf in Höhe von „sieben bis neun Millionen Euro“ aus. Wegen der hohen Auslastung im Hoch- und Tiefbau sei außerdem mit saftigen Preisaufschlägen zu rechnen. Der Neubau, so Kirstan, könne sich „zu einer Art ‚Elbphilharmonie light‘ entwickeln“.

Natürlich wäre es „nicht billig“, wenn die Stadt den Komplex kaufen würde, so Kirstan. Aber: „Wir kriegen die Kosten wieder rein.“

Welche Variante es auch immer wird – zuerst wartet die Mehrheitsgruppe auf „seriöse Zahlen“ von der Verwaltung, um alle Möglichkeiten durchzurechnen. Diese dürften am heutigen Mittwoch im nicht-öffentlichen Verwaltungsausschuss vorgelegt werden.

Einige Fraktionsvorsitzende und Investor Dittel haben derweil am Montag über sämtliche Überlegungen gesprochen. Dass er den gesamten Komplex kauft, wäre für ihn laut Veit Rauch eine realistische Variante. Den Preis für den Saal habe Dittel jedoch nur minimal erhöht – von 750000 auf 950000 Euro. mld