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Rinteln Stadt „Stadt sollte ihr Vorkaufsrecht wahrnehmen“
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt „Stadt sollte ihr Vorkaufsrecht wahrnehmen“
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19:42 05.05.2011
Tut sich was am Haus? Der Heimatbund der Grafschaft Schaumburg hat Maßnahmen vorgeschlagen, wie mehr Altbauten in der Rintelner Altstadt erhalten werden könnten. © tol
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Rinteln (mld). Um einen Konflikt zwischen Denkmalschutz und dem Willen des Hauseigentümers zu entschärfen, hat der Heimatbund einen „Maßnahmenkatalog“ vorgelegt, um die Rintelner Altstadt zu erhalten: „Denkmalwürdige“ Fachwerkhäuser sollen demnach von der städtischen Grundsteuer befreit beziehungsweise diese Steuer solle gesenkt werden, werden diese gewerblich genutzt – „zulasten der nicht geschützten 98 Prozent der Rintelner Bauten“, schlägt der Heimatbund vor.

Und kommentiert: „Auf diese Weise könnten alle Rintelner Hausbesitzer ein kleines Stück Verantwortung für die Altstadthäuser mit übernehmen“.

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Als weitere Maßnahme solle die Stadt ihr gesetzliches Vorkaufsrecht für erhaltenswerte Bauten wahrnehmen, „um dann gegebenenfalls selbst den Weiterverkauf an Eigentümer zu regeln, die in den Substanzerhalt statt in den Abbruch investieren wollen“. Die Wahrnehmung dieses Vorkaufsrechts sei in anderen Städten durchaus üblich.

Gekauft werden könnten bedrohte Fachwerkhäuser „in der Regel“ für eine Summe „zwischen 10.000 und 30.000 Euro“, so der Heimatbund. Das belaste die Stadtkasse „nur vorübergehend“.

Als dritte Maßnahme schlägt der Heimatbund vor, die Bauordnung für die Rintelner Altstadt dahingehend zu ändern, dass nach dem Abbruch eines Fachwerkhauses nur ein Neubau im Fachwerkstil erfolgen dürfe.

„Es ist im Sinne alle Rintelner“, schließt der Heimatbund seinem Schreiben an, „die Eigentümer historischer Fachwerkbauten nach Kräften zu unterstützen und ihnen den denkmalgerechten Erhalt ihrer Häuser zu ermöglichen. Die Bewahrung des gewachsenen Stadtbildes ist ein wichtiger Teil der Zukunft Rintelns.“

Die Stadtverwaltung will sich voraussichtlich in der kommenden Woche mit den Vorschlägen des Heimatbunds beschäftigen: „Da sind noch einige Fragen offen“, so Baudezernent Reinhold Koch auf Nachfrage unserer Zeitung. Außerdem müsse noch eine „rechtliche Würdigung“ der Vorschläge erfolgen.