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Rinteln Stadt Städtepartnerschaft Rinteln - Tongnan nimmt Formen an
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Städtepartnerschaft Rinteln - Tongnan nimmt Formen an
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15:45 27.07.2019
Die Städtepartnerschaft zwischen Rinteln und Tongnan in China nimmt Formen an: Erst einmal soll es um einen Austausch in der Pädagogik gehen. Dazu wird eine chinesische Gruppe in die Weserstadt kommen. Quelle: Pixabay/Symbolbild
Rinteln

Mitte August, kündigt Bürgermeister Thomas Priemer im Gespräch mit dieser Zeitung an, wird eine Gruppe von zehn jungen Fachkräften aus Tongnan in die Weserstadt kommen. Zwei Wochen lang werden sie bleiben und in den Kindertagesstätten vor Ort Praktika absolvieren, die fachlich begleitet werden.

Besuch im August: Konzentration auf pädagogischen Bereich

Dies sei ein „gutes Projekt“, um zu verdeutlichen, auf welchen Ebenen die Städtepartnerschaft ausgestaltet werden soll, nämlich vor allem auf der „bildungspolitischen Ebene“, so Priemer. Das heißt: Im Zentrum dieser Verbindung zwischen Rinteln und Tongnan will man sich auf bestimmte Themen konzentrieren. Wie in der Vereinbarung zwischen beiden Städten vorgesehen, soll der pädagogische Bereich hier eine besonders wichtige Rolle spielen (wir berichteten).

Priemer sieht diesen ersten Austausch als „ersten gelebten Bestandteil“ der Städtepartnerschaft. Und auf Mareen Fennert warten spannende zwei Wochen: Sie ist Mitglied der Stadtverwaltung und Mitorganisatorin des Austauschs. Sie sieht darin den „ersten Schritt“ der Partnerschaft.

Chinesische Gäste begleiten tägliche Abläufe in Kitas

Die Chinesinnen und Chinesen – alle etwa um die 20 Jahre alt – werden in Begleitung einer Professorin am 17. August erwartet und bis zum 31. August bleiben. Eingeladen wurden sie von der Stadt Rinteln. Pro Kindertagesstätte werden zwei Gäste die täglichen Abläufe begleiten, „nachmittags folgt der fachliche Input“, erläutert Fennert. Untergebracht werden soll die Besuchergruppe im Hotel.

Am Wochenende soll es dann kulturelle Angebote für die Teilnehmer geben wie eine Stadtführung und eine Draisinen-Fahrt. Die Gäste werden voraussichtlich von Dolmetschern begleitet. Auch wenn für den Alltag wohl die Englischkenntnisse auf beiden Seiten ausreichen werden, sollen Fachbegriffe aus dem pädagogischen Bereich korrekt übersetzt werden, so Fennert.

Wir erziehen unsere Kinder als Freigeister. Das ist in China ganz anders. (...) Wir werden transportieren, was uns bei unserer Haltung gegenüber unseren Kindern wichtig ist.

Mareen Fennert , Mitorganisatorin des Austauschs

Zwei unterschiedliche Seiten, viele Fragen

„Wir rechnen mit vielen Fragen auf beiden Seiten“, zeigt sich Fennert gespannt auf die beiden Wochen. Denn die deutsche und die chinesische Kultur seien recht unterschiedlich – das zeige sich nicht zuletzt in der Pädagogik. „Wir erziehen unsere Kinder als Freigeister“, so Fennert. Das sei in China ganz anders. Unterschiede im Wertesystem sollen verglichen werden, beide Seiten wollen voneinander lernen: „Wir werden transportieren, was uns bei unserer Haltung gegenüber unseren Kindern wichtig ist“, kündigt Fennert an.

Eine große Hilfe sei Liping Kirstan, Ehefrau von Ralf Kirstan, der den Abschluss der Städtepartnerschaft maßgeblich vorangetrieben hat. Liping Kirstan sei ein „absoluter Pluspunkt“, da sie die Kultur kenne und weiter vermitteln könne, so Fennert.

Von Marieluise Denecke