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Rinteln Stadt Stüken investiert 16 Millionen Euro
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Stüken investiert 16 Millionen Euro
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00:26 03.03.2018
Die geplante Logistikhalle als Simulation.
Die geplante Logistikhalle als Simulation. Quelle: pr
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Rinteln

Stüken ist mit 850 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber in Rinteln. Und genau diese Zahl will das Unternehmen mit einem Umsatz in Höhe von 187 Millionen Euro weiter in Rinteln halten.

Zusammen mit Bürgermeister Thomas Priemer, Landrat Jörg Farr sowie Architekten und Bauunternehmern hat die Geschäftsführung der Firma Stüken den Startschuss zum Bau der neuen Halle am Werk in der Nordstadt gegeben. Der Neubau ist dabei nur ein Teil der Großinvestition des Unternehmens von rund 16 Millionen Euro in die Erweiterung und Modernisierung des Produktionsstandortes an der Alten Todenmanner Straße.

Betriebsaufnahme bis spätestens 2021

Eine Hälfte der Gelder ist für die Errichtung des neuen Logistikgebäudes verplant, die anderen 8 Millionen Euro fließen in die Neustrukturierung und Verbesserung der innerbetrieblichen Produktion und Logistikabläufe, heißt es vonseiten des Unternehmens. Bis zum Frühjahr 2019 soll die neue Halle fertiggestellt sein und spätestens 2021 der Betrieb aufgenommen werden.

Steigerung der Kapazitäten dank High-Tech

Waren und Material, die bisher an verschiedenen Stellen im Werk gelagert wurden, sollen nun an einem zentralen Standort mit einem High-Tech-Lagersystem untergebracht werden. Wichtiger Nebeneffekt: Dadurch wird viel Platz in den bestehenden Hallen des Unternehmens frei, der für die Produktion genutzt werden kann. Denn der Automobilzulieferer Stüken befindet sich trotz der schwierigen Situation der Autobranche weiter auf Wachstumskurs.

„Bei immer komplexeren Prozessen und neuen Anforderungen müssen wir flexibler werden und schneller reagieren können“, sagt Geschäftsführer Hubert Schmidt. Mit 248 Metallpressen und fast 14000 Tonnen verarbeiteten Materials pro Jahr steht Stüken vor der Herausforderung einer anspruchsvollen Logistik. Die 140 Meter lange Halle mit einer Nutzfläche von 5000 Quadratmetern soll dafür eine innovative Lösung bieten.

Lagesystem mit 36000 Stellplätzen

Das „Herzstück des Neubaus“, wie der technische Geschäftsführer Uwe Krismann es nennt, wird ein voll automatisiertes Lagersystem mit 36000 Stellplätzen für Warenkisten. Computergesteuerte Shuttles transportieren die Produkte entlang des acht Meter hohen Regallagers zu den jeweiligen Verarbeitungsschritten. Sechs sogenannte Heber übernehmen die Förderung zwischen den Etagen. In der oberen Ebene findet das besagte Regallager Platz, im Untergeschoss werden die ebenfalls automatisierten Arbeitsschritte des Wiegens, Etikettierens, Verschließens sowie Palettierens abgewickelt.

Die richtige Ware zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Das Lagersystem greife die Grundsätze von Industrie 4.0 auf und stellt sicher, dass „die richtige Ware zur richtigen Zeit am richtigen Ort in der richtigen Menge zur Verfügung steht“, erläutert Krismann. Wo jetzt also noch Gabelstapler einzelne Paletten von A nach B bringen, soll zukünftig in der Logistikhalle der Computer diese Arbeiten übernehmen. Zudem werden mit der Inbetriebnahme der Logistikhalle die Transportwege für die Metallproduktion sowie die Laufwege für die Mitarbeiter verkürzt, wodurch „das Werk nachhaltig exzellent aufgestellt wird“, so Krismann.

Sicherheit im Blick

Unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit wird in dem Neubau eine aufwendige Brandschutzanlage installiert. Neben unzähligen Sprinklern, die an der gesamten Hallendecke angebracht werden, wird eigens ein Wasservorratsbehälter mit einem Füllvermögen von 1000 Kubikmetern Löschwasser gebaut. „Bei der Größe würde es sich schon als Schwimmbad eignen“, merkt Krismann an.

Ein Bekenntnis zur Stadt Rinteln

Geschäftsführer Schmidt sieht in der Investition in die Zukunftsfähigkeit des Werkes ein „klares Bekenntnis zur Stadt Rinteln“. Hauptgrund für den Ausbau am Hauptsitz des Werkes, statt in China, Tschechien oder den USA, wo Tochterbetriebe sitzen, seien die „hoch qualifizierten und mit viel Know-how ausgestatteten Mitarbeiter in Deutschland“. jak/nk