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Rinteln Stadt Verfahren eingestellt
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Verfahren eingestellt
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22:28 24.05.2019
Quelle: dpa
RINTELN

Die Rentnerin musste sich wegen fahrlässiger Körperverletzung und unerlaubten Entfernens vom Unfallort vor dem Amtsgericht verantworten.

Laut Anklage soll sie in Goldbeck in einer Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn geraten sein, wodurch das Mädchen auf seinem Fahrrad ausweichen musste und stürzte. Dabei erlitt das Kind eine Wunde am Ellenbogen und mehrere Prellschürfungen.

An einem Nachmittag im September vorigen Jahres waren das Mädchen und eine ein Jahr ältere Freundin mit ihren Fahrrädern auf einer engen Straße unterwegs, auf der auch Rollsplitt lag. Beide hatten Helme auf und fuhren langsam auf der rechten Seite.

Unterschiedliche Aussagen

Nach Angaben der Neunjährigen kam ihr dort das Auto entgegen, sie musste nach rechts ausweichen. „Sonst wäre ich platt gewesen“, sagte das Mädchen vor Gericht. Sie habe sich sehr ängstlich gefühlt. Das Auto sei schneller als 30 Stundenkilometer gefahren und habe nach dem Sturz nicht angehalten.

Anders schilderte die Angeklagte den Vorfall. Danach war die Autofahrerin weder auf die andere Fahrbahn gekommen noch zu schnell unterwegs gewesen. Sie traf gleich zweimal auf die Kinder. Auf dem Hinweg kamen sie ihr entgegen, ein Kind wirkte unsicher und verkrampft auf dem Fahrrad.

Auf dem Rückweg fuhr sie an einem der Mädchen vorbei, das andere stürzte auf dem Rollsplitt. Das Kind konnte wohl noch nicht so gut Fahrradfahren, vermutete die 65-Jährige sinngemäß. Sie sei rechts rangefahren und habe den Warnblinker angemacht. Das gestürzte Mädchen sei aufgestanden und energisch weggegangen.

Drei Varianten

Letztlich sah sie keine Verbindung zwischen ihrer Fahrweise und dem Sturz des Kindes. Das zweite Kind war auf seinem Fahrrad vorangefahren, hatte den Sturz nicht gesehen und schilderte jetzt vor Gericht andere Fahrwege als noch bei der Polizei.

Die Prozessbeteiligten hörten also insgesamt drei verschiedene Varianten, wie es zu dem Unfall gekommen sei. Daraufhin stellte Richter Ulf Kranitz mit Zustimmung von Staatsanwältin Dr. Karin Dubben das Verfahren gegen die Rentnerin ein. maf