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Rinteln Stadt Verhandlung vor Gericht: Partnerin geschlagen und Kopfnuss verpasst?
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Verhandlung vor Gericht: Partnerin geschlagen und Kopfnuss verpasst?
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07:20 29.07.2019
Quelle: Symbolbild, dpa
RINTELN

Innerhalb von vier Stunden hatte der aus dem Kosovo stammende Mann laut Anklage seine Lebensgefährtin (32) gleich zweimal erheblich attackiert. Zunächst soll er sie an einem Oktoberabend gegen 20 Uhr in ihrer Wohnung aufgesucht und mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen haben. Nach früheren Angaben hatte sie dabei das gemeinsame kleine Kind auf dem Arm. Der Angeklagte soll alkoholisiert gewesen sein und vermutet haben, sie hätte etwas mit anderen Männern. Um Mitternacht, so der weitere Vorwurf, kehrte der Betrunkene noch einmal in ihre Wohnung zurück, drückte die Frau aufs Sofa und verpasste ihr eine Kopfnuss. Bei den Vorfällen zog sie sich laut Attest diverse Prellungen zu.

„Es stimmt gar nichts. Ich habe sie nicht berührt“, beteuerte der Angeklagte vor Gericht. Demnach hatte es nur eine verbale Auseinandersetzung gegeben. Die Frau hätte sich das ausgedacht, aus Angst, dass er sie verlassen würde und sie dann in ihr Heimatland zurückkehren müsste. „Momentan sind wir wieder zusammen. Sie kann sich nicht entscheiden“, sagte der 39-Jährige.

Partnerin zieht Vorwürfe zurück

Vor Gericht nahm nun seine Partnerin unter Tränen die einst gegen den Angeklagten erhobenen Anschuldigungen zurück. Sowohl bei der polizeilichen Anzeige als auch bei einer richterlichen Vernehmung im Februar hatte sie ihren Partner belastet und die beiden Vorwürfe bestätigt. Jetzt gab die Zeugin an, nicht von dem Mann verletzt worden zu sein. Die Verletzungen habe sie sich selbst an der Tür beigebracht. Auf den Vorhalt, sie könne sich wegen falscher Verdächtigung und uneidlicher Falschaussage strafbar machen, blieb sie weinend bei ihrer jetzigen Aussage. Die 32-Jährige, die dem Vernehmen nach zwischenzeitlich im Frauenhaus gewesen sein soll, meinte, sie habe sich das ausgedacht. Vom Angeklagten sei sie nicht unter Druck gesetzt worden.

Weil der jetzt Vorsitzende Richter auch die damalige richterliche Vernehmung durchgeführt hat und die Frau nun abweichende Angaben vor Gericht machte, muss der Prozess demnächst noch einmal mit einem anderen Vorsitzenden Richter von vorn beginnen. maf

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