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20:30 04.05.2017
Auf feste Grillplätze am alten Hafen werden die Jungpolitiker wohl noch lange warten müssen: Der Ortsrat war nicht begeistert. Quelle: tol
RINTELN

Es ging um den Antrag der Jusos sowie der Jungen Union, die in gemeinsamen Arbeitsgruppen einige Vorschläge erarbeitet hatten. Einen davon hatten sie als Antrag an den Ortsrat formuliert. Es ging ihnen um die Einrichtung von öffentlichen Grillplätzen am Alten Hafen. Laut Antrag der Jugendlichen ging es um vier Grillplätze, die mit etwas Abstand voneinander auf der Wiese am Alten Hafen platziert werden sollten. Dazu wünschten sich Jusos und Junge Union Sitzgelegenheiten, Mülleimer sowie einen WLAN-Hotspot.

Neuhäuser, dessen Arm schon in die Höhe schoss, als der Tagesordnungspunkt noch gar nicht aufgerufen war, legte los: Er halte es eher mit John F. Kennedy („Frage nicht was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst!“, Anm. d. Red) und finde den Antrag daher sehr ungewöhnlich. „Ganz schön mutig, das einfach zu fordern“, sagte er, bevor er begann, den Antrag zu zerlegen. Dass die Jugendlichen beantragten, der Bauhof möge die Müllentsorgung am Alten Hafen mit durchführen, hielt er für anmaßend. Jusos und Junge Union hätten lieber selbst einen Putzplan aufstellen sollen. Er erinnerte dabei an das Eigenengagement der Skater zur Finanzierung der Skateranlage.

Kontrolle fehlt

Grillplätze am Alten Hafen hätten zudem den Nachteil, dass soziale Kontrolle fehle. Das entwickle schnell ein Eigenleben. Zudem betonte der Jurist: „Wenn eine Kommune das einrichtet, ist sie auch für den Lärm dort verantwortlich.“ Zum Schluss wurde Neuhäuser noch mal deutlich: „Ich finde die Formulierung teilweise arrogant.“

Derart angegriffen fiel Patrick Zerbst, der als einziges Juso-Mitglied für die SPD auch im Ortsrat sitzt, die Aufgabe zu, den Antrag zu verteidigen. Er verwies darauf, dass die Parteijugend von SPD und CDU noch nicht lange arbeite und die Idee aus einem Brainstorming heraus entstanden sei. Gerne sei man bereit, weitere Ideen mit aufzunehmen, und man sehe den vorliegenden Antrag jetzt keineswegs dogmatisch.

Anderer Ort gesucht

Ortsbürgermeister Friedrich-Wilhelm Rauch schlug als Kompromiss vor, man könne bei einem Ortstermin vielleicht einen anderen Ort für Grillplätze finden. Möglich sei etwa eine städtische Fläche neben der „Bodega Beach Bar“.

Marie Wübker (ebenfalls Juso- und SPD-Mitglied), die ohne Rederecht auf der Zuschauerbank saß, betonte später, die Jusos seien mit einem anderen Ort als dem Alten Hafen einverstanden. Nicht aber mit dem von der CDU vorgeschlagenen Platz neben der „Bodega Beach Bar“. Man wolle dem Betreiber dort keine Konkurrenz machen.

Zunächst wurde der Antrag im Ortsrat auf jeden Fall abgesetzt. Jetzt wollen Jusos, Junge Union und Ortsbürgermeister nach Alternativen suchen.jak