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Rinteln Stadt Wie kann die Jugend nach Rinteln gelockt werden?
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Wie kann die Jugend nach Rinteln gelockt werden?
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07:38 30.07.2019
Mit Veranstaltungen wie der Megamarsch sollen mehr junge Leute nach Rinteln gelockt werden.  Quelle: tol
Rinteln

Der typische Rinteln-Tourist kommt während einer Radtour in die Weserstadt oder im Rahmen eines mehrtägigen Urlaubs, wenn er in der Gegend wandern will. Diese Leute sind meist etwas älter. Schwieriger wird es, Menschen ungefähr zwischen 20 und 40 Jahren als Besucher zu begeistern. Doch diese Herausforderung geht Matthias Gräbner vom Touristikzentrum Westliches Weserbergland (TWW) gemeinsam mit seinem Team und den Kommunen entschlossen an – und zwar mit immer mehr Erfolg.

Radmarathon und Große Weserrunde zeigen Wirkung

Als Magnet für junge, sportbegeisterte Besucher hat sich zum Beispiel die Große Weserrunde entwickelt, der Radmarathon, der seine Teilnehmer in seiner längsten Ausführung von Rinteln bis nach Hann. Münden und zurück führt. Am 31. August gibt es die bereits zehnte Ausgabe.

„Wir hätten niemals gedacht, dass es wirklich Leute gibt, die an einem Tag 300 Kilometer fahren würden“, zeigt sich Gräbner begeistert. Doch: „Das Phänomen wächst.“ Inzwischen nehmen jährlich etwa 500 Menschen am Radmarathon teil.

Ziel: Stadt so attraktiv wie möglich präsentieren

Ziel für Gräbner ist es, bei solchen Großveranstaltungen die Region und die Stadt Rinteln so attraktiv wie möglich darzustellen. Denn: „Dann kommen die Leute auch ein zweites und drittes Mal wieder.“ Und bringen ihre Familien und Freunde mit. Inzwischen bleiben die Teilnehmer der Großen Weserrunde für ein bis zwei Nächte in Rinteln.

Dass es beim Megamarsch im Mai nicht ganz so gut geklappt hat, das Event mit Angeboten in der Innenstadt zu verknüpfen, daraus nimmt Gräbner Ideen für das nächste Jahr mit. Denn: Eine zweite Auflage soll es, wenn es nach ihm geht, geben, und daran werde auch schon gearbeitet, so Gräbner: Das nächste Mal dann auch mit „Rahmenprogramm“ in der Innenstadt.

Bikepark soll Jugend anlocken

An genau solchen Großveranstaltungen nehme sie teil, die schwer zu erreichende Zielgruppe der 20- bis 40-Jährigen. In der Sprache eines Touristikmanagers wie Gräbner klingt das so: „Mit guten Produkten schafft man große Nachfrage.“ Denn solche „Produkte“, wie Touristikevents im Fachjargon heißen, hätten große „Strahlkraft“, so Gräbner. Junge Leute kommen in die Stadt, kaufen ein, setzen sich in Restaurants und Cafés – und teilen das mit ihren Freunden oder via soziale Netzwerke mit der ganzen Welt. „Das ist Werbung, die wir mit Flyern so nicht hinbekommen würden“, sagt Gräbner.

Einen ähnlichen Effekt erhofft sich der Touristikmanager von dem geplanten Bikepark auf dem ehemaligen Steinzeichen-Gelände. „Das Projekt liegt mir besonders am Herzen“, so Gräbner. Doch zunächst müsse das laufende Insolvenzverfahren abgeschlossen sein. Ein Konzept für den Bikepark liege bereits vor, es solle im zweiten Halbjahr „diskutiert“ werden. „Das wird erfolgreich“, zeigt sich Gräbner überzeugt.

Der Park spreche eine „zukunftsfähige Zielgruppe“ an. Die Aussichtsplattform „Jahrtausendblick“ soll mit einbezogen werden, E-Mobilität wird Thema sein, auch sind zum Beispiel Naturerlebnispfade durchs Gelände denkbar. „Das Areal ist dafür top geeignet“, so Gräbner.

von Marieluise Denecke