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00:27 02.03.2018
Legt Planet Energy das Windkraftprojekt Westendorf ad acta? Quelle: dana
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RINTELN/WESTENDORF

„Vieles spricht dafür, dass es sich tatsächlich um einen stillen Rückzug handelt“, sagt Nick Büscher, Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe Rinteln.

Auch wenn seitens Planet Energy und Greenpeace etwas anderes behauptet werde, sei die Rentabilität des Projekts unsicher, so Büscher. Allein die Lage lasse erwarten, dass die beiden geplanten Anlagen nach Inbetriebnahme weniger Strom als an exponierteren Standorten produzieren würden. „Darüber hinaus ist die Gefahr groß, dass die Anlagen monatelang aus Gründen des Artenschutzes abgeschaltet werden, wenn das Seeadlerbrutpaar eines Tages in die Nähe der Windkraftanlagen umzieht“, betont Büscher. Darüber hinaus sei die Errichtung der Anlagen aus Gründen der Profitabilität ein Wettlauf gegen die Zeit: So werde die höhere Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz nur noch greifen, wenn die Windkraftanlagen bis zum 31. Dezember dieses Jahres in Betrieb gehen, da es sich nicht um ein sogenanntes Bürgerwindparkprojekt handele.

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Mehrere Gründe sprächen dagegen, dass eine Inbetriebnahme 2018 realistisch ist. So sei man nach wie vor säumig, was eine öffentliche, offizielle Begründung des seitens des Projektträgers Planet Energy beantragten Mediationsverfahrens angeht. Überdies dürfe ohnehin nicht im Frühling oder Sommer mit dem Bau der Anlagen begonnen werden, da dies aus Artenschutzgründen bereits im Rahmen der vom Landkreis erteilten Baugenehmigung untersagt sei.

Eine Strategie von Planet Energy könnte sein, die erwirkte Baugenehmigung weiterzuverkaufen, um einen Teil der Planungskosten wieder hereinzuholen, so Büscher. Dies sei aber nur sinnvoll, wenn diese Genehmigung gerichtsfest ist. Im laufenden Verfahren sei dies sehr unwahrscheinlich.r